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Bayer senkt Ausblick: Milliardenverlust wegen Glyphosat

Dienstag, 4. August 2020

picture alliance, Geisler-Fotopress, Christoph Hardt

Leverkusen – Die Coronapandemie hinterlässt bei Bayer Spuren: Auch wegen der Belas­tungen in der Pharmasparte durch verschobene Behandlungen blickt der Agrarchemie- und Pharmakonzern vorsichtiger auf das Gesamtjahr. Zudem brachten die angestrebte Einigung im US-Glyphosatstreit sowie andere Rechtsfälle dem Dax-Konzern im zweiten Quartal einen Milliardenverlust, wie Bayer heute in Leverkusen mitteilte.

Unter dem Strich dürfte 2020 ein dickes Minus stehen, nachdem Sonderaufwendungen von 12,5 Milliarden Euro hauptsächlich für Rechtsstreitigkeiten Bayer im zweiten Quartal einen hohen Verlust von 9,5 Milliarden Euro bedeuteten. Vor einem Jahr war es noch ein Plus von rund 400 Millionen Euro gewesen.

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Ende Juni hatte Bayer Einigungen in US-Rechtsstreitigkeiten um die Unkrautvernichter Glyphosat, Dicamba sowie PCB angekündigt. Der weitaus teuerste Streit ist dabei derje­nige um angebliche Krebsrisiken glyphosathaltiger Unkrautvernichter. Hier wackelt aller­dings der angestrebte Vergleich mit der Mehrzahl der Kläger.

Der Konzernumsatz fiel nach Angaben von Bayer im zweiten Quartal um 6,2 Prozent auf rund zehn Milliarden Euro. Aus eigener Kraft – also Wechselkurseffekte sowie Zu- und Verkäufe herausgerechnet – war es ein Minus von 2,5 Prozent. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie vor Sondereffekten stieg auch dank Kostensenkungen im Zusammenhang mit der Monsanto-Integration um 5,6 Prozent auf 2,88 Milliarden Euro.

Angesichts der teils holprigen Entwicklung im Tagesgeschäft peilt das Management nun 2020 vor Wechselkurseffekten sowie dem Zu- und Verkauf von Unternehmensteilen ein Umsatzwachstum von 0 bis 1 Prozent an auf 43 bis 44 Milliarden Euro. Bisher waren 44 bis 45 Milliarden Euro geplant gewesen.

Die Verschiebung vieler nicht dringend notwendiger Behandlungen und die Angst vieler Menschen vor Arztbesuchen während der Coronapandemie belasteten das Pharma­ge­schäft im zweiten Quartal, was sich besonders beim Augenmedikament Eylea zeigte, das neben dem Gerinnungshemmer Xarelto einer der Wachstumstreiber der Sparte ist. Aber auch der Absatz von Verhütungsmitteln für Frauen ging deutlich zurück.

Im Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten hielten sich die Kunden auch ein wenig zu­rück. Das lag aber vor allem daran, dass sich der Handel im ersten Quartal wegen der Co­ronapandemie schon reichlich eingedeckt hatte und nun erst einmal die Lager­bestände abbauen muss. Insgesamt blieben die Medizingeschäfte von Bayer hinter den Erwartun­gen zurück.

Besser lief es hingegen in der Agrarsparte. Das lag an guten Geschäften etwa mit Mais­saat in Brasilien, an einer Erholung der Sojasamennachfrage in Nordamerika sowie einer robusten Nachfrage nach Pflanzenschutzmitteln. Zudem kommt Bayer bei der Integration des 2018 übernommenen US-Saatgutkonzerns Monsanto schnell voran, was Kosten spart.

Tiermedizin verkauft

Gestern hatte Bayer den Verkauf der Tiermedizin an das US-Unternehmen Elanco ab­ge­schlossen. Zum Vollzug der Transaktion erhielt Bayer laut einer Mitteilung 5,17 Milliarden US-Dollar (4,39 Milliarden Euro) vor Steuern in bar sowie 72,9 Millionen Stammaktien von Elanco.

Die damit einhergehende Beteiligung in Höhe von 15,5 Prozent an Elanco soll später ver­kauft werden, unterliegt aber zunächst bestimmten Haltefristen bis Mitte 2021. Eine strik­te Haltefrist gilt dabei für die ersten 90 Tage. Der Dax-Konzern hatte sich vor einem Jahr mit Elanco auf den Verkauf der Arzneimittel­sparte für Haus- und Nutztiere geeinigt. © dpa/aerzteblatt.de

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