NewsAuslandZahl der Coronainfizierten Italiens war wohl deutlich höher
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Zahl der Coronainfizierten Italiens war wohl deutlich höher

Dienstag, 4. August 2020

Beton Studio, stock.adobe.com

Rom – Offenbar haben sich deutlich mehr Italiener als offiziell registriert mit dem Coro­navirus SARS-CoV-2 infiziert. Das ergab eine repräsentative Studie des italienischen Ge­sundheitsministeriums und des Statistikinstituts Istat.

Bei 2,5 Prozent der Bevölkerung wurden demnach in dem Studienzeitraum vom 25. Mai bis 15. Juli Antikörper entdeckt. Das entspricht umgerechnet knapp 1,5 Millionen Infizier­ten in Italien. Offiziell zählt Italien aktuell aber nur knapp 250.000 Coronafälle. Auch in vielen anderen Ländern gehen Fachleute von einer hohen Dunkelziffer aus, welche die registrierten Fälle ebenfalls stark übertrifft.

Anzeige

Zahlreiche Experten hatten schon in den vergangenen Monaten erläutert, dass die reale Zahl der Infizierten deutlich über den gemeldeten Werten liegen dürfte. Denn für die Mel­dung ist ein Coronaabstrich nötig. Manche Infizierte merken aber gar nichts von ihrer Ansteckung. Laut der Studie hatten 27,3 Prozent, also gut jede vierte Testperson, die In­fek­tion ohne Symptome überstanden.

Zu Hochzeiten der Coronakrise in Italien wurden Ende März phasenweise bis zu 6.000 Neuinfektionen pro Tag gezählt. Das Land registrierte bislang etwas mehr als 35.000 Co­ronatote. Gesundheitsminister Roberto Speranza unterstrich, dass die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus wichtig waren und dass die Regierung an ihrer „umsichtigen und strengen“ Linie festhalten werde.

In der am heftigsten betroffenen Region Lombardei, in der mehr als die Hälfte aller italie­nischen Infizierten leben, wiesen 7,5 Prozent der Testpersonen Antikörper gegen das Co­ro­navirus auf. In Süditalien hatte weniger als ein Prozent der Menschen Antikörper im Blut, wie die neuen Tests ergaben. Unklar ist jedoch, ob und wie schnell die vom Immun­system gegen das Coronavirus gebildeten Antikörper wieder verschwinden.

Nach ersten Ergebnissen einer Untersuchung des Robert-Koch-Institutes (RKI) bei Blut­spendern in Deutschland hatten rund 1,3 Prozent der Spender Antikörper gegen das Co­ronavirus im Blut. Die Zahlen sind aufgrund der ausgewählten Gruppe allerdings nicht repräsentativ. Registriert sind in Deutschland insgesamt gut 211.000 Infizierte, das sind rund 0,25 Prozent der Bevölkerung. © dpa/aerzteblatt.de

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
LNS
LNS LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER