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Medizin

Breitband-Virus­tatika gegen Coronaviren bei Mäusen wirksam

Mittwoch, 5. August 2020

/Gorodenkoff, stock.adobe.com

Wichita/Kansas – Eine Reihe von Wirkstoffen, die die Protease 3CLpro blockieren, die alle Coronaviren zur Replikation benötigen, hat sich in einer präklinischen Studie in Science Translational Medicine (2020; DOI: 10.1126/scitranslmed.abc5332) als wirksam erwiesen. Zumindest einer der Wirkstoffe könnte auch gegen SARS-CoV-2 wirken.

Viren sind nicht unbesiegbar. Die Arzneimittelforschung hat in den letzten Jahren bewiesen, dass sich Infektionen mit dem HI-Virus und dem Hepatitis C-Virus gezielt behandeln lassen. Mit Remdesivir, das die RNA-Polymerase hemmt, wird derzeit an COVID-19-Patienten eine solche direkt antiviral wirkende Substanz klinisch getestet.

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Neben der RNA-Polymerase gibt es noch weitere „Werkzeuge“, die Coronaviren benötigen, um neue Viren herzustellen. Dazu gehört die „3C-like“-Protease (3CLpro). Ein Team um Athri Rathnayake von der Wichita State University hat bereits Inhibitoren gegen 3CLpro entwickelt. Einer, GC376, hat sich bei Katzen zur Behandlung der „felinen infektiösen Peritonitis“ als wirksam erwiesen, die ebenfalls durch Coronaviren ausgelöst wird.

Weitere 3CLpro-Inhibitoren wurden jetzt an den 3 für den Menschen tödlichen Coronaviren SARS-CoV, SARS-CoV-2 und MERS-CoV untersucht.

Eine der Substanzen mit der Bezeichnung 6e zeigte laut Rathnayake eine starke Aktivität gegen SARS-CoV-2. Die Forscher testeten 6e an menschlichen Atemwegsepithelien, die in einem Hochsicherheitslabor der Stufe 3 mit SARS-CoV-2 infiziert wurden. Die Substanz 6e verminderte die Virusreplikation um den Faktor 10.

Eine andere wirksame Verbindung namens 6j erhöhte die Überlebenschancen bei Mäusen, die – ebenfalls in einem Labor der Sicherheitsstufe 3 – mit MERS-CoV infiziert wurden. Die Virusmenge in der Lunge wurde vermindert und Komplikationen wie ein Lungenödem traten seltener auf.

Die Forscher planen weitere Untersuchungen, die zeigen werden, ob eine der Verbindungen bei Patienten mit MERS oder COVID-19 wirksam ist. Nähere Angaben zu den klinischen Studie wurden nicht gemacht. © rme/aerzteblatt.de

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