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Politik

Experten stellen europäischen Aktionsplan zur Krebsbekämpfung vor

Mittwoch, 5. August 2020

/dpa

Brüssel – Gemeinsam mit Experten verschiedener Disziplinen hat die European Academy of Cancer Sciences (EACS) einen Maßnahmenkatalog zur Krebsbekämpfung entwickelt. Ihren Aktionsplan stellten die Forscher jetzt im Journal Molecular Oncology vor (DOI: 10.1002/1878-0261.12763).

Ziel ist es, die Lebenserwartung von 75 Prozent der Krebspatienten in den EU-Ländern mit hochentwickelten Gesundheitssystemen bis 2023 auf mindestens zehn Jahre zu ver­längern und Neuerkrankungen einzudämmen.

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Die Strategie floss in die Empfehlungen für das noch junge EU-Forschungsförder­pro­gramm Horizon Europe ein. Darin haben die Mitgliedsländer fünf Kernmissionen definiert – darunter auch die Mission „Krebs“. Jede der Missionen hat einen eigenen Ausschuss und ein Expertengremium.

Gemeinschaftlich sollen hier konkrete Ziele erarbeitet werden, um die Förderung von daraus resultierenden Projekten mit EU-Geldern möglichst effektiv gestalten zu können. Neben der Mission „Krebs“ gibt es etwa auch die Mission „Anpassung an den Klimawan­del und Soziale Transformation“ sowie die Mission „Bodengesundheit und Ernährung“.

Für das Expertengremium der Mission „Krebs“ lieferte die EACS mit ihrem Aktionsplan einen wichtigen Beitrag. Ihre Empfehlungen sind Teil eines Interimsreports, den die Missionsmitglieder der Europäischen Kommission vorgelegt haben. Das finale Papier soll Ende September vorliegen.

Der Aktionsplan hat unter anderem das Ziel, die Neuerkrankungsrate zu senken, schreibt das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) in einer Mitteilung. Die Experten der Krebs­mission erwarten, dass die Zahl der Menschen, bei denen eine neue Krebserkran­kung diagnostiziert wird, in Europa von aktuell 3,5 Millionen auf mehr als 4,3 Millionen im Jahr 2035 ansteigen könnte, wenn keine tiefgreifenden Maßnahmen unternommen werden.

Hinzu kommen nach Angaben des DKFZ rund zwölf Millionen Menschen, die bereits mit einem Krebsleiden leben. „Die direkten und indirekten Kosten, die diese Krankheit verur­sacht, sind schon heute enorm und übersteigen die Leistungsfähigkeit der Gesundheits­systeme mancher europäischen Länder“, sagte DKFZ-Vorstandsvorsitzender Michael Bau­mann, der als Mitglied der EACS an dem Aktinosplan mitarbeitete.

Darin empfiehlt die Gruppe einen umfassenden translationalen Ansatz mit Fokus auf per­sonalisierte Präsisionsmedizin. Kern des vernetzten Konzeptes sollen onkologische Spit­zenzentren, sogenannte Comprehensive Cancer Centres (CCCs), sein. Über diese sollen EU-Forscher sich austauschen und Zugang zu einer ausreichend großen Gruppe von Pa­tien­ten, biologischem Material und technischen Ressourcen erhalten.

Im Rahmen dieses Netzwerks soll nach Empfehlung der Expertengruppe ein ausgegliche­nes Kernforschungsportfolio bearbeitet werden, damit kein wichtiger Teilbereich der Krebs­forschung aus dem Fokus gerät. Hierfür müssten Prioritäten von EU und National­staaten harmonisiert sowie die Forschungskoordination auf regionaler, nationaler und EU-Ebene verbessert werden. Das beinhalte auch flexiblere Fördermechanismen.

„Ein entscheidender erster Schritt auf dem Weg zu diesem ehrgeizigen Ziel ist, dass alle relevanten Interessengruppen mit einer Stimme zu sprechen. So können wir qualifizierte Empfehlungen für die Politik abgeben“, so Michael Baumann. So arbeiteten neben Onko­logen und Krebsforschern auch Patientenvertreter und Politiker an dem Konzept mit. © alir/aerzteblatt.de

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