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Ärzteschaft

Telemedizinisches Modellprojekt „Docdirekt“ hat sich bewährt

Mittwoch, 5. August 2020

/Andrey Popov, stock.adobe.com

Stuttgart – Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Baden-Württemberg hat ein positives Fazit ihres telemedizinischen Modellprojekts „Docdirekt“ gezogen.

„Wir haben als Leucht­turmprojekt begonnen und konnten in den letzten beiden Jahren zeigen, dass es viele Fälle gibt, in denen die Telemedizin helfen kann“, berichtete der stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KV, Johannes Fechner, jetzt in Stuttgart. Sie sei „eine gute Ergänzung zum normalen Praxisbetrieb“.

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„Docdirekt“ war im April 2018 als Modellprojekt in zwei Modellregionen gestartet. Es wurde dann auf ganz Baden-Württemberg ausgeweitet. Versicherte der gesetzlichen Kranken­versicherung aus dem gesamten Bundesland können sich bei „Docdirekt“ tele­medizinisch beraten und behandeln lassen.

Das Institut für Allgemeinmedizin der Universität zu Lübeck hat das Modellprojekt wissenschaftlich begleitet. „Unsere Befragungen machten sehr deutlich, dass besonders wichtige Punkte der ‚schnelle ärztliche Kontakt‘ und ‚eine erste Therapieempfehlung‘ waren“, berichtet der Institutsdirektor Jost Steinhäuser.

Aspekte der Bequemlichkeit, zum Beispiel nicht in einem Wartezimmer sitzen zu müssen, seien hingegen eher unwichtig gewesen. Während in der Startphase unter 50 Fälle im Quartal telemedizinisch betreut wurden, stieg die Anzahl im dritten Quartal 2019 auf mehr als 600. Die Behandelten waren im Schnitt 38,5 Jahre alt und zur Hälfte weiblich.

Laut Fechner konnten ungefähr 80 Prozent der Anfragen per Videoanruf abschließend geklärt werden. „Unsere Tele-Ärzte führen mit der gleichen Sorgfalt wie in der Praxis ein Anamnesegespräch“, sagte er.

Sie wüssten aber auch ganz genau, wann sie an ihre Grenzen stoßen, weil sie keine gesi­cherte Diagnose stellen könnten. Dann würden sie die Patienten in eine Praxis vor Ort verweisen. „Wir haben mit docdirekt gezeigt, dass Telemedizin funktioniert“, so der KV-Vize. Die Weiter­füh­rung des Projektes sei „eine logische Konsequenz“.

„Docdirekt“ steht den gesetzlich Krankenversicherten in Baden-Württemberg von Montag bis Freitag von 9 bis 19 Uhr zur Verfügung. Der Patient muss sich die entsprechende iOS- oder Android-App herunterladen oder sich über auf der Weboberfläche einwählen. Nach der Registrierung kann er per Videotelefonie Kontakt mit dem docdirekt-Center der KV aufnehmen.

Eine speziell geschulte Medizinische Fachangestellte erfasst Personalien, Krankheits­symp­tome, klärt die Dringlichkeit und vereinbart einen Termin für den Rückruf durch den Tele-Arzt. Dieser spricht dann mit dem Patienten über seine Beschwerden und gibt eine Empfehlung für die Behandlung. © hil/aerzteblatt.de

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