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Ärzteschaft

Dermatologen aktualisieren Leitlinie zu Neurodermitis

Mittwoch, 5. August 2020

/dpa

Berlin – Die Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) hat ihre S2k-Leitlinie zur Neu­rodermitis aktualisiert. Die Autoren haben darin das Kapitel „Systemtherapie bei Neuro­dermitis“ neugefasst. Die chronische Hauterkrankung tritt im Kindes‐ und Jugendalter als auch bei Erwachsenen auf. Etwa 13 Prozent der Kinder und zwei bis drei Prozent der Er­wachsenen sind betroffen.

In der Leitlinie stellen die Autoren ein Stufensystem für die Therapie vor. „Bei jeder der insgesamt vier Stufen ist ein zentraler Bestandteil die sogenannte topische Basisthera­pie, das heißt, die äußerliche Behandlung direkt an der erkrankten Hautstelle mit Salben, Cremes und Lotionen“, sagte Peter Elsner, Direktor der Klinik für Hautkrankheiten am Universitätsklinikum Jena und Beauftragter für die Öffentlichkeitsarbeit der DDG.

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Die Basistherapie wird entsprechend des Schweregrades durch eine spezifische Therapie ergänzt. Bei einer schweren, andauernden Neurodermitis kommen für die entzündungs­hemmende Therapie auch systemische Arzneimittel zum Einsatz.

2017 wurde das Biologikum Dupilumab in Deutschland für die Behandlung mittelschwer bis schwer ausgeprägter Neurodermitis bei Erwachsenen und seit August 2019 für Ju­gend­liche ab zwölf Jahren zugelassen, die mit topischen Medikamenten alleine nicht ausreichend behandelt werden können.

Der monoklonale Antikörper hemmt die Bindung von zwei Schlüsselbotenstoffen der allergischen Entzündung an deren Rezeptoren und wird alle zwei Wochen vom Patienten selbst gespritzt.

„Bezüglich Dupilumab gibt es einen starken Konsens, das Biologikum bei Jugendlichen ab zwölf Jahren und bei Erwachsenen mit moderater bis schwerer Neurodermitis einzuset­zen, wenn die Behandlung mit topischen Medikamenten nicht wirksam ist“, berichtet Tho­mas Werfel, stellvertretender Klinikdirektor der Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie an der Medizinischen Hochschule Hannover und Mitglied im Vorstand der DDG.

Die aktuellen Studien zeigten, dass es bei circa zwei Drittel der Patienten zu einer min­des­tens 75-prozentigen Verbesserung des Schweregrades innerhalb von 16 Wochen mit einem anhaltenden Effekt über ein Jahr kam. Zu den häufigsten unerwünschten Ereig­niss­en gehörten Reaktionen an der Injektions­stelle.

„Für die Patienten haben wir mit Dupilumab eine wirksame und im Gegensatz zu bisheri­gen systemischen Therapieoptionen auch für die Langzeitanwendung geeignete Behand­lung“, ergänzt Alexander Nast, Leitender Oberarzt an der Klinik für Dermatologie, Venero­logie und Allergologie, Charité - Universitätsmedizin Berlin und Leiter der Kom­mission für Qualitätssicherung in der Dermatologie. © hil/aerzteblatt.de

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