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Vermischtes

Mindestens 192 Ertrunkene seit Jahresbeginn

Donnerstag, 6. August 2020

/picture alliance, Uwe Anspach

Stuttgart – Bis Ende Juli sind in diesem Jahr mindestens 192 Menschen deutschen Ge­wäss­ern ertrunken. Das sind 63 weniger als im Jahr davor. Diese Zahlen gab die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) heute in Stuttgart bekannt.

Von den 192 ertrunkenen Personen sind im Ländervergleich in Bayern mit 35 Fällen (-32 im Vergleich zum Vorjahr) die meisten Opfer zu beklagen, gefolgt von Nordrhein-Westfa­len mit 26 (-15) und Niedersachsen mit 24 (-4).

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Die Zahl der Ertrunkenen sei „sehr wetterabhängig“, sagte Achim Wiese, Pressesprecher der DLRG. Der Frühling und die ersten Sommermonate 2020 seien „bislang doch eher verhalten“ gewesen. Das spiegele sich in den erfassten Zahlen wider.

Ertranken im Juni und Juli des Vorjahres (bis zum Stichtag 21. Juli) mindestens 143 Men­schen, waren es jetzt zum gleichen Zeitpunkt 99 Menschen.

Keine Veränderung gibt es hingegen bei den Orten, an denen Menschen zumeist ertrin­ken. So ereignen sich die meisten Unfälle noch immer im Binnenland – insbesondere an ungesicherten Badestellen.

Mindestens 178 Personen kamen dort ums Leben. Das sind mehr als 90 Prozent der Ge­samtzahl. 76 von ihnen starben in Flüssen, 75 in Seen und Teichen, neun in einem Bach, fünf in einem Graben, vier in einem Kanal und drei in Hafenbecken. Hinzu kommen zwei Todesfälle in Pools und vier in sonstigen Gewässern wie etwa Rückhaltebecken.

„An Flüssen, Seen und Teichen sind in den wenigsten Fällen Rettungsschwimmer im Ein­satz“, erklärte Wiese. Die DLRG betone immer wieder ihre Bereitschaft, mit Kommunen oder Landkreisen zusammenzuarbeiten. „Ein simples Badeverbotsschild reicht eben nicht aus, um Menschen vor dem Sprung ins unbewachte und vor allem unbekannte Gewässer abzuhalten“, mahnt Wiese. In Schwimmbädern fanden mit vier Badegästen vergleichs­weise wenige den Tod.

Ein leichter Anstieg ist laut DLRG an den deutschen Küstengewässern zu verzeichnen. In Nord- und Ostsee ertranken demnach mit zehn Personen (drei in der Nord-, sieben in der Ostsee) eine mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Hauptgründe für das Ertrin­ken sind auch hier das Baden an unbewachten Stränden sowie Alkohol, Leichtsinn oder Selbstüberschätzung.

Im Geschlechtervergleich liegt der Anteil der Frauen bei 23 Prozent, Männer sind wie ge­habt die Risikogruppe: „Männer sind oft leichtsinniger und spielen gerne mal den Helden, was dann leider allzu oft tragisch endet“, erläutert Wiese. Einen befürchteten Anstieg der Ertrinkungsfälle durch vollere Küstenabschnitte und Binnengewässer im Zusammenhang mit der Coronapandemie, stellt die DLRG derzeit nicht fest.

Kritik übte Wiese einmal mehr an der mangelnden Schwimmfähigkeit von Kindern. 59 Prozent der Zehnjährigen könnten nicht schwimmen, das sei eine dramatische Entwick­lung. Vor diesem Hintergrund macht sich neben der DLRG auch die Wasserwacht des Deutsch­en Roten Kreuzes für den Schwimmunterricht stark. Der Schwimmunterricht sei gesetz­lich fest in den länderspezifischen Lehrplänen verankert, werde aber flächen­de­ckend nicht umgesetzt, heißt es bei der Wasserwacht. © may/dpa/aerzteblatt.de

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Avatar #838319
alleinedenker
am Samstag, 8. August 2020, 11:10

Skandal!?

@ penanexpag: Bei allem Respekt - aber so eine schwachsinnige Äußerung habe ich noch nie gelesen.

Ertrinken ist eine Folge von individuellen Einzelentscheidungen. Unzählige Entscheidungen weltweit führen zu negativen Resultaten, manche zum Tode. Trotzdem hat es für den besonnenen Menschen Vorteile, selbst Entscheidungen treffen zu können.
Manche fordern stattdessen halt lieber staatlich geregelten Schwimmunterricht für alle oder wittern einen Skandal (... oder sagen mit Ihrem Beitrag eigentlich WAS genau aus?).
Vielleicht wäre es sinnvoll, Menschen aus Nichtschwimmer-Risikogebieten ohne Seepferdchen-Nachweis - nicht älter als 2 Tage! - nicht einreisen zu lassen. Aber das driftet jetzt ins Philosophische ab ...
Eine besonnene Entscheidung für einen Wüstenbewohner wäre es jedenfalls, eine gesunde Vorsicht im Umgang mit Wasser an den Tag zu legen, in jeglicher Hinsicht.

However, ich persönlich hoffe ja, daß bald ein funktionierender Impfwirkstoff gegen Ertrinken entwickelt wird. Drosten hilf!
... am besten auch gleich gegen Sarkasmus, damit ist das Immunsystem vieler Menschen auch hierzulande überfordert.
Zielführend wäre sicherlich auch ein temporärer Lockdown aller offenen Wasserflächen.
Oder ein generelles Verbot von Wasser? Damit könnte man das Übel an der Wurzel packen!

Genug jetzt, muss wieder auf eine Demo gegen - überwiegend - vernünftiges Zeugs und so.
Mist, wo ist mein Aluhut ...
Avatar #760232
penangexpag
am Samstag, 8. August 2020, 09:05

MITDENKER am Freitag, 7. August 2020, 16:35

Bei allem Respekt - aber so eine schwachsinnige Äußerung habe ich noch nie gelesen.
Avatar #759489
MITDENKER
am Freitag, 7. August 2020, 16:35

Skandal?

Aha, also empfiehlt penangexpag eine Großdemo in Berlin für den Schwimmunterricht. Kann er gerne organisieren.
Wieso können Asylbewerber aus Syrien etc. nicht schwimmen? Syrien z.B. hat eine Mittelmeerküste.
Man könnte auch einen anderen Schluß aus den bedauerlichen Zahlen ziehen:
Sport ist Mord und gehört verboten, da jedes Leben wichtig ist. Also massive Massnahmen gegen die gefährliche Schwimmerei. Es ist unverantwortlich. By the Way: In D stirbt jeden zweiten Tag ein Mensch durch Sport (Klettern, Schwimmen etc.).
Avatar #760232
penangexpag
am Freitag, 7. August 2020, 08:32

Skandal

Diese Zahlen werden steigen - denn immer mehr Menschen können nicht schwimmen. Sie lernen es nicht mehr in der Schule, weil einfache Schwimmbäder geschlossen, abgerissen werden. Aus 3 einfachen Schwimmbädern wurde 1 teures Spaßbad mit hohen Eintrittspreisen - aber für das normale Schwimmen nur eingeschränkt geeignet, für Ältere sowieso. Vergessen sollte man auch nicht, daß die Mehrzahl der Asylanten junge Leute sind, die aber "aus der Wüste kommen" - also nicht schwimmen können (sic!). Statt gegen - überwiegend - vernünftige Maßnahmen in der Coronakrise zu demonstrieren, sollten die BürgerInnen lieber gegen den o.g. Skandal "AUFSTEHEN".
LNS

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