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Politik

FDP will Liberalisierung von Lebendspende – Kritik an Spahn

Freitag, 7. August 2020

/dpa

Berlin – Die FDP wirft Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) Untätigkeit bei der Neuregelung von Organspenden durch Lebendspender vor. Spahn habe mehrfach erklärt, dass er Reformen bei Organlebendspenden für notwendig halte, erklärte die FDP-Ge­sund­heitsexpertin Katrin Helling-Plahr gestern in Berlin. Er schiebe Reformen aber immer weiter auf die lange Bank.

„Dem Minister sollte bewusst sein, dass Menschen auch in der gegenwärtigen Situation nicht nur an COVID-19, sondern auch auf den Wartelisten sterben. Und das, obwohl es vielleicht jemanden gäbe, der ihnen aus uneigennützigen Motiven eine Niere oder ein Stück Leber spenden würde“, betonte die Bundestagsabgeordnete. Sie plädierte dafür, auch in Deutschland sogenannte Überkreuzspenden zuzulassen und die Nachrangigkeit der Lebendspende abzuschaffen.

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Für Lebendspenden gibt es in Deutschland strenge Regelungen, um eine Kommerziali­sierung und Organhandel zu verhindern. Überkreuzspenden werden in manchen Ländern dann erlaubt, wenn medizinische Werte bei Paaren oder nahe stehenden Personen eine Spende unmöglich machen. Dann geht ein Organ nicht vom Spender an die eigentlich vorgesehene nahestehende Person, sondern „über Kreuz“ an einen passenden Empfänger eines zweiten Paares, dessen Werte untereinander ebenfalls nicht kompatibel sind.

Im Gegenzug spendet der Spender des zweiten Paares die Niere dem Empfänger des ers­ten Paares. Solche Kombinationen können auch mehr als zwei Paare einschliessen und in sich geschlossene Spender-Empfänger-Ketten bilden.

Helling-Plahr reagierte damit auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage ihrer Fraktion. Darin bestätigt die Regierung, dass Spahn auch über eine Reform der Lebendspende beraten will. Der Zeitplan dafür hänge aber von der Entwicklung der Coronapandemie und weiteren Vorhaben ab. Das Thema müsse zudem umfassend recht­lich, ethisch und medizinisch beraten werden. © kna/aerzteblatt.de

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