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Medizin

Malaria: Artemisininre­sistenz erstmals in Afrika beobachtet

Montag, 24. August 2020

Anopheles gambiae /dpa

Paris – Nach Südostasien sind jetzt erstmalig auch in Afrika Malariaparasiten aufgetreten, die gegen Artemisinin, dem Standardmedikament der letzten beiden Jahrzehnte, resistent sind.

Laut einer Studie in Nature Medicine (2020; DOI: 10.1038/s41591-020-1005-2) befindet sich die Resistenz auf dem gleichen Gen wie in der „Greater Mekong“-Region, wo sie sich seit Jahren ausbreitet. Die Mutation ist jedoch eine andere. Sie hat bisher auch nicht zum Wirkungsverlust der Artemisinin-basierten Therapie geführt.

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Die Regenwälder in der Umgebung des Mekong gelten als Brutregion für Malaria­resis­ten­zen. In den 1960er-Jahren sind dort zweimal Mutationen aufgetreten, die sich später in Afrika ausgebreitet haben, wo 90 % der tödlichen Malariaerkrankungen auftreten. Das erste Mal ging Chloroquin als Wirkstoff verloren. Kurz darauf breiteten sich auch Resis­tenz­ten gegen Pyrimethamin aus.

Malariaexperten sind deshalb in großer Sorge, seit vor einigen Jahren in der „Greater Mekong“-Region P. falciparum aufgetreten sind, die gegen Artemisinin resistent sind. Dieses Mittel ermöglicht derzeit eine relativ schnelle Beseitigung der Parasiten aus dem Blut. In der Artemisinin-basierten Therapie wird es mit einem zweiten Mittel kombiniert, was die Entwicklung von Resistenzen verhindern soll.

Dennoch ist es seit 2008 in der „Greater Mekong“-Region zu Resistenzen gekommen. Sie beruhen auf Mutationen im Kelch13-Gen. Das dort kodierte Protein erleichtert es dem Parasiten, sich vom Hämoglobin der Erythrozyten zu ernähren. Dabei entstehen jedoch Abbauprodukte, die Artemisinin aktivieren. Die Mutationen im Kelch13-Gen schränken zwar die Nahrungsquelle von P. falciparum ein, sie verhindern aber gleichzeitig, dass Artemisinin die Parasiten angreifen kann.

In der „Greater Mekong“-Region hat die Ausbreitung der Kelch13-Mutationen bereits die Wirksamkeit der Artemisinin-basierten Therapie eingeschränkt. Malariaforscher befürch­ten, dass die Resistenzen früher oder später auch in Afrika auftauchen.

Ein Team um Didier Menard vom Institut Pasteur hat deshalb bei den Teilnehmern einer klinischen Studie, die in den letzten Jahren in Ruanda durchgeführt wurde, gezielt nach Mutationen im Kelch13-Gen der dortigen Parasiten gesucht. In 2 Ortschaften wurden sie fündig. Die Parasiten trugen dort eine Mutation (R561H), die die Wirksamkeit herabsetzen kann. In Masaka hatten 7,4 % der untersuchten P. falciparum die Mutation, in Rukara, etwa 100 km von Masaka entfernt, waren es 0,7 % der Parasiten. Dies spricht dafür, dass sich die Mutation wenigstens regional ausgebreitet hat.

Die Mutation R561H ist allerdings nicht aus Südost-Asien eingeschleppt worden. Dort werden die meisten Resistenzen von einer anderen Mutation (C580Y) ausgelöst. Eine phylogenetische Analyse ergab, dass R561H vermutlich in Afrika entstanden ist.

Die von den Forschern durchgeführten in-vitro-Studien zeigen, dass beide Mutationen die Wirksamkeit von Artemisinin in gleicher Weise herabsetzen. Dennoch ist es in Ruanda bisher nicht zu einem Versagen der Artemisinin-basierten Therapie gekommen. Menard führt dies darauf zurück, dass die Erreger in Afrika derzeit noch keine Resistenz gegen die Partnersubstanzen Lumefantrin oder Piperaquin entwickelt haben.

Dies könnte allerdings nur eine Frage der Zeit sein. Sollte die Artemisinin-basierte Therapie ihre Wirksamkeit verlieren, könnte es nach einem Szenario der Forscher über einen Zeitraum von fünf Jahren 78 Millionen zusätzliche Erkrankungen und 116.000 zusätzliche Todesfälle geben. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #724084
MPeuser
am Mittwoch, 26. August 2020, 15:35

Malaria, Tropenkrankheiten

Für diese Krankheiten gibt es doch das beste Heilmittel, welches seit über 100 Jahren bekannt ist und von berühmten Ärzten als die grösste Entdeckung der Medizingeschichte bezeichnet wird. Da es über 100 Jahre bekannt ist kann es keiner patentieren und da es sehr billig ist hat leider keiner Interesse daran. Es handelt sich um Natriumchlorit NaClO2 28 % ig und Salzsäure HCl 4 % ig.
Am ersten Tag nimmt man 3 Tropfen von beiden Produkten mischt diese 3 Minuten, gibt dann selbstgemachten Apfelsaft, Ananassaft oder Cocuswasser hinzu damit es gut schmeckt und trinkt dieses. Am 2 Tagen nimmt man 4 Tropfen und am 3. Tag 5 Tropfen. Hilft auch sehr gut bei Covid-19, denn es beseitigt sofort die gebildeten Geldrollen- und die Trombosenbildung der roten Blutkörperchen, wodurch die Sauerstoffversorgung der Zellen wieder verbessert wird. Diese Medikation ist auch bekannt, dass diese alle Bakterien, Viren und Pilze, die körperfremd sind eliminiert. Sehr gut auch bei den Mischinfektionen im Krankenhaus. Das Ärzteblatt berichtete schon Ende Mai über grosse Erfolge bei Tests in Äquador.
M.Peuser
Avatar #771752
catch-the-day
am Dienstag, 25. August 2020, 09:56

Die Natur kann es besser

Auch wenn Artimisin aus Pflanzen gewonnen wird, ist es ein chemisches Produkt. Tee oder Saft aus der ganzen Pflanze hat die gleiche Wirkung, würde aber vielleicht nicht zu Resistenzen führen.
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