NewsÄrzteschaftMedizinstudierende resümieren Coronasemester
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Medizinstudierende resümieren Coronasemester

Freitag, 7. August 2020

/stock.adobe.com

Berlin – Ein gemischtes Fazit zum „Coronasemester“ hat der Ausschuss der Medizinstu­die­­renden im Hartmannbund (HB) gezogen. Etwa 80 Prozent der im Rahmen einer Um­frage des Hartmannbundes befragten Medizinstudierenden gaben an, dass ihnen durch den mangelnden direkten Patientenkontakt beziehungsweise die fehlende Ausbildung im Labor Lücken in der Ausbildung entstanden seien.

Insgesamt zeige sich, so Christian Wolfram, Vorsitzender des Ausschusses der Medizin­stu­dierenden im HB, dass die Fakultäten „einige Hausaufgaben zu erledigen“ hätten. Aus den aufgezeigten Schwachstellen müssten sie Konsequenzen ziehen.

Anzeige

Zwar gaben von den 841 Umfrageteilnehmern knapp über 56 Prozent an, dass ihnen das Onlinesemester eine freiere Zeiteinteilung ermöglicht habe, sodass sie sich verstärkt dem Verfassen der Promotion oder auch ihren „Nebenjobs“ widmen konnten.

Der Zugewinn an zeitlicher Flexibilität ging aber auch mit einigen, teils gravierenden, Einschränkungen einher. So empfanden etwa 45 Prozent der Studierenden das Semester als weniger oder sogar deutlich weniger produktiv als gewöhnlich.

Insbesondere eine schlechte Informationskultur der Fakultäten, mangelnde Kommu­nika­tion der Fachbereiche untereinander und oft nur sporadisch vorhandene Technikkompe­ten­zen der Dozierenden haben die Lehrqualität nach Meinung der Studierenden in die­sem Semester stark gemindert.

Lehrveranstaltungen seien zudem vielmals nicht oder nur unzureichend durch Onlinean­gebote ersetzt, Klausuren entweder auf die kommenden Semester verschoben oder in großen, übergreifenden Klausuren zusammengefasst worden.

Ein einheitliches, fakultätsübergreifendes Vorgehen habe es nicht gegeben – oftmals hing die Qualität der Lehre laut der Umfrage vom Engagement einzelner Dozierenden ab.

„Für das kommende Semester sollten die Fakultäten deshalb auf bessere Absprachen, eine sinnvolle Kombination aus praktischem Unterricht am Patienten und Online-Ange­boten sowie auf gerechte Klausurterminierungen achten“, betonte Wolfram.

Offen bleibe die Frage, ob und in welcher Form das 2. Staatsexamen im Herbst stattfin­den wird. Hier sollten die Verantwortlichen möglichst schnell Klarheit für die Studieren­den schaffen. © EB/aha/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER