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Langfristiger Klimaeffekt der Coronapandemie vernachlässigbar – aber es gibt Hoffnung

Freitag, 7. August 2020

/borislav15, stock.adobe.com

Leeds – Während des Coronalockdowns gingen sowohl die Treibhausgasemissionen als auch die Luftverschmutzung weltweit zurück. Auf die Klimaerwärmung wird diese vorü­bergehende Verbesserung allerdings nur einen „vernachlässigbaren“ Effekt haben, wie eine Studie im Fachjournal Nature Climate Change aufzeigt (DOI: 10.1038/s41558-020-0883-0)

Satellitenaufnahmen aus China, die im März durch die Medien gingen, zeigten im Ver­gleich zum Vorjahreszeitraum eine drastische Verbesserung der Luftqualität. Diese Bilder hatten die Hoffnung geweckt, dass der durch die Coronapandemie bedingte wirtschaftli­che Stillstand zumindest einen positiven Effekt auf das Klima haben könnte.

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Doch die Forscher um den britischen Klimaphysiker Piers Forster vom Priestley Interna­tio­nal Centre for Climate der University of Leeds errechneten, dass die Coronapandemie wahrscheinlich nur zu einer Abkühlung von gerade einmal 0,005 bis 0,01° Celsius bis 2030 führen wird.

Forster und seine Kollegen analysierten Mobilitätsdaten von Google und Apple aus 123 Ländern. Daraus leiteten sie ab, welche Veränderungen die coronabedingten Restriktio­nen von Februar bis Juni 2020 auf den Ausstoß von Treibhausgasen und Luftschadstoffen hatten.

Ihre Analyse deutet darauf hin, dass die Emissionen im April ihren niedrigsten Stand er­reichten. Der Ausstoß von Stickstoffoxiden zum Beispiel habe im April um 30 % abge­nomm­en. Dies habe kurzfristig zu einer Abkühlung geführt. Doch gleichzeitig sanken die Schwefeldioxidemissionen um 20 %, was den Kühlungseffekt der Aerosole abgeschwächt und zu einer kurzfristigen Erwärmung beigetragen habe.

Den Klimaforschern zufolge werden alle durch die Coronapandemie bedingten Effekte spätestens 2025 kaum mehr wahrnehmbar sein. Langfristig werde nur eine unbedeuten­de Abkühlung um 0,01° Celsius bleiben, die aus einer reduzierten atmosphärischen Kon­zentration von Kohlendioxid resultiere.

Allerdings, schreiben Forster und seine Kollegen, werde eine „grüne Wiederbelebung“ der Wirtschaft verfolgt, könnte es gelingen, die Erwärmung bis 2050 innerhalb des ange­streb­ten 1,5-Grad-Maximums oberhalb des vorindustriellen Levels zu halten.

Insgesamt untersuchten die Forscher 4 Modelle für den Neustart der Wirtschaft, darunter ein Hochfahren basierend auf fossilen Brennstoffen, aber auch eine von „grünen Anrei­zen“ geprägte Wiederbelebung.

Es zeigte sich, dass die verschiedenen Szenarien bis 2030 wahrscheinlich nur einen mini­malen Effekt auf das Klima haben werden. Doch danach sind signifikante Unterschiede zu erwarten.

Demnach zeigte das auf fossilen Brennstoffen basierende Modell für den wirtschaftlichen Neustart einer Klimaerwärmung um mehr als 1,5° Celsius. Im Gegensatz dazu könnte ei­ne „grüne Wiederbelebung“ der Wirtschaft – mit Förderung erneuerbarer Energiequellen und ohne Rettungsaktionen für Unternehmen der fossilen Brennstoffindustrie – die Er­wärmung auf ein Plus von 0,3° Celsius begrenzen.

Die Autoren betonen, dass die Entscheidungen, die jetzt für den Wiederanlauf der Wirt­schaft getroffen würden, die Richtung der globalen Erwärmung bis zur Mitte des Jahrhun­derts beeinflussen werden. Eine „grüne Wiederbelebung“ der Wirtschaft sei wichtig, um sicherzustellen, dass die Klimaziele des Übereinkommens von Paris erreicht werden könnten. © nec/aerzteblatt.de

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