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Politik

Mögliche Fanrückkehr in Stadien beschäftigt die Politik

Montag, 10. August 2020

/picture alliance, Guillaume Horcajuelo

Frankfurt am Main – Die Deutsche Fußball Liga (DFL) will zum Saisonstart die Rückkehr von Fans in die Stadien ermöglichen. Heute berieten die Gesundheitsminister der Länder un­ter anderem über die geplanten DFL-Maßnahmen. Ob es einen Beschluss geben wird, ist noch unklar.

Man habe „nicht vor, einen Beschluss zum Hygienekonzept der DFL zu fassen“, sagte die Vorsitzende der Gesundheitsminister­konferenz, Dilek Kalayci, heute vor den Beratungen. Sie selbst sieht eine mögliche Rück­kehr von Fans in die Stadien skeptisch.

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In der Politik wird die Frage weiterhin kontrovers diskutiert. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) äußerte sich zur Rückkehr der Fußballfans in die Stadien zum Sai­son­start „skeptisch“. Er warnte davor, schon zum Auftakt der Spielzeit 2020/21 Mitte September wieder vor Publikum zu spielen.

„Ich habe mich sehr für den Start von Geisterspielen eingesetzt, das läuft auch hervor­ragend. Aber bei vollen Stadion zum Bundesligastart bin ich außer­ordentlich skeptisch. Ich kann es mir derzeit nicht vorstellen“, betonte der CSU-Chef.

Söder würde das Thema gerne in der letzten Augustwoche in Abstimmung mit dem Bund auf einer Ministerpräsidentenkonferenz erörtern. „Ich kann mir vielleicht im Laufe der Saison, aber nicht zum Bundesligastart volle Stadien vorstellen.“

Das baden-württembergische Gesundheitsministerium lehnt eine Rückkehr von Fans in die Stadien zum Saisonstart ab. Angesichts der steigenden Infektionszahlen sei dies aus Gründen des Infektionsschutzes nicht vorstellbar. „Die Corona-Verordnung erlaubt derzeit Großveranstaltungen mit bis zu 500 Menschen“, sagte eine Sprecherin des Ministeriums.

„Tausende Menschen in einem Stadion sind aus unserer Sicht aber derzeit nicht darstell­bar, wenn wir auf der anderen Seite in vielen gesellschaftlichen Bereichen aus gutem Grund nach wie vor restriktive Vorgaben machen müssen.“

Sachsens Ministerpräsident Kretschmer (CDU) steht einer Teilauslastung der Stadien hin­gegen positiv gegenüber. „Ich bin der Meinung, man muss ihnen jetzt die Chance geben, diese Sache zu erproben“, sagte der CDU-Politiker. Von Massentests vor dem Stadionbe­such hält Kretschmer allerdings nichts, weil es nicht praktikabel sei.

Der Ärzteverband Marburger Bund warnte hingegen vor einer Fanrückkehr in die Stadien. „Die Gefahr von Massenansteckungen wäre real. Wenn wir Pech haben, sitzt ein Super­spreader unter den Fans, und das Virus breitet sich wie ein Lauffeuer aus“, sagte die Vor­sitzende des Marburger Bundes, Susanne Johna.

Die Bundesliga, die 2. Bundesliga und die 3. Liga starten am dritten Septemberwochen­ende in die neue Saison. Eine Woche zuvor steht die 1. Runde im DFB-Pokal an. Das DFL-Konzept sieht zunächst eine Rückkehr einer reduzierten Zahl von Fans ohne Stehplätze, ohne Alkohol und ohne Gästefans vor. Tickets sollen nur personalisiert vergeben werden.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte die Pläne der DFL begrüßt, pochte aber auf passgenaue Lösungen für jedes Stadion. Allerdings, so Spahn einschränkend, bleibe ab­zuwarten, ob und inwieweit sich das Kon­zept in gelebte Realität umsetzen lasse.

Heute ruderte er etwas zurück. „Tausende Zuschauer in den Stadien – das passt nicht zum aktuellen Infektionsgeschehen“, erklärte er heute bei Twitter nach Beratungen mit den Ländergesundheitsministern. Jetzt heiße es, keine vermeidbaren Risiken einzugehen.

Von den Gesundheitsministern hieß es nach der Besprechung, eine mögliche Rückkehr von Fans in die Stadien der Fußballbundesliga habe derzeit keine Priorität. Darin bestehe Einigkeit, verlautete es aus Teilnehmerkreisen. © dpa/afp/kna/aerzteblatt.de

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