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Ärzteschaft

Not­fall­daten­satz und elektronischer Medikationsplan im Feldtest

Montag, 10. August 2020

/wladimir1804, stock.adobe.com

Düsseldorf – Seit einiger Zeit läuft in der Region Westfalen-Lippe ein Feldtest für zwei wichtige Anwendungen der Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI). Rund 70 Arztpraxen, eine Notfall­praxis, einige Apotheken sowie ein Krankenhaus erproben das Notfalldaten­ma­nagement (NFDM) und den elektronischen Medikationsplan (eMP).

Die an der Erprobung teilnehmenden Praxen werden unter anderem von Partnerunternehmen des Deutschen Gesundheitsnetzes (DGN) technisch betreut. Durchgeführt wird der Feldtest mit Unterstützung der Kassenärztlichen Verei­ni­gung Westfalen-Lippe (KVWL). Die regionale Krankenhausgesellschaft NRW (KG NW) un­ter­stützt den Feldtest ebenfalls.

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Testteilnehmer Thorsten Klüsener, leitender Notarzt im Kreis Steinfurt und Facharzt für Innere und Allgemeinmedizin sowie für Anästhesiologie, betonte, vor allem bei bewusst­losen Patienten könnten die Notfalldaten auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) dazu beitragen, im Einsatz eine schnelle und bestmögliche Versorgung zu gewährleisten.

Er hoffe, dass die beiden TI-Anwendungen möglichst bald flächendeckend zum Einsatz kommen. „Vor allem wünsche ich mir, dass die Rettungsfahrzeuge hier im Kreis ganz schnell mit einer Software zum Auslesen des Not­fall­daten­satzes ausgestattet werden“, so Klüsener. © aha/aerzteblatt.de

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fjmvw
am Dienstag, 11. August 2020, 13:05

Der Artikel ist inkonsistent. Auf die Auswertung bin ich gespannt.

Der Artikel beginnt mit „zwei wichtige Anwendungen der TI“, darunter das Notfalldatenmanagement. Gegen Ende wird ein leitender Notarzt bemüht, der „vor allem bei bewusstlosen Patienten die Notfalldaten auf der elektronischen Gesundheitskarte“ nutzen möchte.

Bis heute ging ich davon aus, dass die TI eine Telematik-INFRASTRUKTUR ist und die eGK quasi der Versicherungsnachweis. Da die Notfalldaten, so habe ich dem Beitrag entnommen, auf der eGK gespeichert sind, ist das Notfalldatenmanagement eben KEINE Anwendung der TI. So wurden aus zwei Anwendungen noch eine, die getestet werden kann. Und diese Eine, der elektronisch Medikationsplan, hat es in sich.

Rein technisch lässt sich das bestimmt alles umsetzen. Allerdings muss man nicht nur viele Ärzte finden, die dabei mitmachen, sondern alle Ärzte müssen dabei mitmachen. Denn wenn ein einziger Arzt nicht mitmacht, ist der eMP unvollständig. Wenn heute, also in Zeiten vor eMP, ein (beliebiger) Arzt dem Patienten beispielsweise ein bestimmtes Medikament, z. B. ein Antibiotikum, verordnen will, dann macht er das. Muster 16 ausfüllen, ausdrucken, unterschreiben und fertig.

Mit eMP muss ebenfalls Muster 16 ausgefüllt, ausgedruckt und unterschrieben werden. Und dann muss der eMP des Patienten ergänzt werden. Für jeden Hausarzt, bei dem ein Medikationsplan zum Routinegeschäft gehört, kein Problem. Aber der Orthopäde, der recht selten Medikamente rezeptiert? Erst muss er sich mit Hilfe des Patienten Zugang zum eMP verschaffen (also Mehrarbeit). Dann muss er sich in die Struktur des eMP einarbeiten, u. a. ausschließen, dass das von ihm verordnete Medikament auf keinen Fall eine Unverträglichkeit mit den übrigen Medikamenten hat …. STOPP. Wie soll ein Orthopäde wissen, ob das von ihm angedachte Antibiotikum mit dem Medikament A bei einer Wahrscheinlichkeit von 1 zu 1 Million massive Unverträglichkeiten zur Folge haben wird? Der Hausarzt, der Medikament A inkl. aller möglichen Nebenwirkungen aus dem effeff kennt, weiß das das sofort. Aber der Orthopäde?

Wenn der Orthopäde klug ist, wird er den Patienten zum Hausarzt schicken mit der Empfehlung, der Hausarzt möge ihm doch das Antibiotikum verordnen. Der Patient ist sauer, weil er nochmals zum Hausarzt muss, nur wegen einem Medikament, welches der Orthopäde ohne eMP jederzeit verordnet hätte. Der Hausarzt ist sauer, weil er jetzt für den Orthopäden noch die Medis verordnen „darf“ und sein Risiko für einen Medikamentenregress zunimmt.


Ich bin gespannt, was beim Feldtest rauskommt und was vor allem danach veröffentlicht wird.

LNS

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