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Medizinische Fakultäten sehen Ärzteausbildung bei zweiter Coronawelle in Gefahr

Dienstag, 11. August 2020

/dpa

Berlin – Trotz der eingeschränkten Lehrmöglichkeiten an den Medizinischen Fakultäten aufgrund der COVID-19-Pandemie zieht der Medizinische Fakultätentag (MFT) ein positi­ves Resümee für das Sommersemester 2020. Aber ein weiteres Semester der Human- und Zahnmedizin mit eingeschränktem praktischen Unterricht könnte den Studienabschluss zahlreicher zukünftiger Ärzte verzögern, befürchtet der Verband.

„Die Medizinischen Fakultäten und ihre Dozierenden haben gemeinsam mit den Fach­schaf­ten, den Universitätsleitungen und den Kliniken enorme Anstrengungen unter­nomm­en, um das Human- und Zahnmedizinstudium aufrechtzuerhalten, erklärte Matthias Frosch, Präsident des Medizinischen Fakultätentages. Enge Abstimmungen seien insbe­sondere mit den Landesprüfungs- sowie Gesundheitsämtern vor Ort erfolgt.

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Für das im Oktober beginnende Wintersemester 2020/21 hätten die Fakultäten bereits umfassende Vorbereitungen getroffen, um den ausgefallenen Unterricht am und mit den Patienten nachzuholen und unter den geltenden Hygienevorschriften fortzuführen, erläu­tert Frosch. „Das setzt aber ein kontrolliertes Infektionsgeschehen auf niedrigem Niveau voraus, wie wir es im Augenblick haben“, so der MFT-Präsident weiter.

„Kommt im Herbst eine zweite Coronawelle, die uns erneut zu deutlichen Einschränkun­gen beim patientennahen Unterricht zwingt, können spürbare Verzögerungen beim Stu­dienfortschritt nicht mehr ausgeschlossen werden. Denn sowohl bei der Qualität der me­dizinischen Ausbildung als auch bei der Patientensicherheit dürfen wir am Ende keine Kompromisse eingehen.“

Bisher konnten alle Medizinischen Fakultäten weitestgehend verhindern, dass sich der Studienfortschritt der angehenden Ärzte sowie der zukünftigen Zahnmediziner verzögert.

Dies zeigten die Ergebnisse einer MFT-Umfrage: Sowohl in der Humanmedizin als auch in der Zahnmedizin ist das zurückliegende Semester durch einen nahezu ausschließlichen Einsatz virtueller Lehr- und Prüfungsformate überbrückt worden. Auch die zahlreichen praktischen Übungen, die im Normalfall am Patientenbett oder in der Ambulanz durchge­führt werden, sind durch alternative Formate ersetzt worden.

Erst gegen Ende des Sommersemesters konnten unter Berücksichtigung der jeweiligen lokalen Hygienevorschriften Übungen an und mit Patienten in Kleinstgruppen schritt­weise wieder aufgenommen werden, so der MFT.

Virtuelle Formate und Simulationen sind nach Ansicht der Fakultäten zwar wichtige Be­standteile des Human- und Zahnmedizinstudiums. Sie könnten jedoch nicht langfristig den praktischen Unterricht ersetzen, mahnen die Hochschullehrer. Gerade die Erfah­run­gen aus dem Kontakt mit realen Patienten seien notwendig, um die Studierenden auf ihren ersten Arbeitstag vorzubereiten. © ER/aerzteblatt.de

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