NewsMedizinSumo-Proteine wirken Nervenschädigungen bei Diabetes entgegen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Sumo-Proteine wirken Nervenschädigungen bei Diabetes entgegen

Dienstag, 1. September 2020

/Siam, stock.adobe.com

Heidelberg – SUMO-Proteine („Small Ubiquitin-related MOdifier“) spielen bei der diabe­tischen Neuropathie offenbar eine bedeutende Rolle. Das berichten Wissenschaftler um Rohini Kuner, geschäftsführende Direktorin des Pharmakologischen Instituts der Medizi­nischen Fakultät Heidelberg in der Fachzeitschrift Neuron (DOI: 10.1016/j.neuron.2020.06.037).

Kuner leitet außerdem den Sonderfor­schungs­bereich (SFB) 1158 der Deutschen For­schungsgemeinschaft (DFG) „Von der Nozizeption zum chronischen Schmerz“. Die Wissen­schaftler haben für ihre Studie mit Mausmodellen und Patientenproben gearbeitet. Sie konnten laut der Arbeit zeigen, dass die Bindung von SUMO-Proteinen an Stoffwechsel­enzyme vor diabetischer Neuropathie schützt.

Kommt es zur Verringerung der SUMO-Proteine in den Nervenzellen, hat dies Nerven­schä­den zur Folge. „Unsere Arbeiten liefern wichtige Grundlagen zu den molekularen Me­chanismen, die der diabetischen Neuropathie zugrunde liegen“, sagte Kuner.

Die Forscher konnten zudem zeigen, dass der Verlust von SUMO-Proteinen die Aktivität wichtiger Ionen-Kanäle (TRPV1) in Nervenzellmembranen verändert und die Verar­beitung von Schmerz- und Hitzereizen verändert. Dies führt beim Fortschreiten der diabetischen Neuropathie zu chronischem Schmerz.

Die Heidelberger Forscher wollen jetzt weitere Arbeiten anschließen, um die Erkennt­nisse für eine mögliche therapeutische Anwendung weiter zu entwickeln. Hierzu wollen sie untersuchen, ob die Veränderung der SUMO-Modifikation vom Blutzuckerspiegel abhängt und mit welchen Substanzen die Schutzwirkung der SUMO-Proteine wiederhergestellt werden kann.

Das Projekt zur Schutzwirkung der SUMO-Proteine ist Teil des Heidelberger Sonderfor­schungsbereichs (SFB) 1118 der DFG. Leiter ist Peter Nawroth, Ärztlicher Direktor der Klinik für Endokrinologie, Stoffwechsel und Klinische Chemie des Universitätsklinikums Heidelberg.

„Ohne die Kooperation zweier Heidelberger Sonderforschungsbereiche, einmal mit der Expertise Schmerz und einmal mit der Expertise Stoffwechsel, wären diese Erkenntnisse nicht möglich gewesen. Hier zeigt sich deutlich, wie durch interdisziplinäre Zusammen­arbeit zwischen Grundlagenforschung und klinischer Forschung Synergien entstehen können, die letztlich dem Patienten zugutekommen sollen“, sagte er. © hil/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

18. September 2020
Lund - Ein Bluttest könnte in Zukunft anzeigen, ob Metformin, das Erstmedikament zur Behandlung des Typ 2-Diabetes, von den Patienten vertragen wird und ein Abfall des HbA1c-Werts zu erwarten ist. Die
Epigenetischer Test könnte Wirksamkeit von Metformin vorhersagen
17. September 2020
Berlin – Für die Behandlung der rund 32.000 Kindern mit Diabetes mellitus in Deutschland stehen heute modernste Therapien und Technologien zur Verfügung. Dennoch beobachten Experten eine zunehmende
Qualifizierte Versorgung von Kindern mit Diabetes zunehmend gefährdet
16. September 2020
Silver Spring/Maryland – Das Risiko von Amputationen ist unter der Behandlung mit dem SGLT2-Inhibitor Canagliflozin nicht so hoch wie bisher angenommen. Zu diesem Ergebnis kommt die
Canagliflozin: FDA streicht umrahmten Warnhinweis zu Amputationen
10. September 2020
Berlin – Mängel bei der Früherkennung und der Versorgung eines Gestationsdiabetes kritisiert die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG). In Deutschland hat sich die Erkrankungsrate für einen
Mehr Engagement gegen Schwangerschaftsdiabetes gefordert
9. September 2020
Berlin – Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) warnt, dass Kinder und Jugendliche mit Diabetes mellitus zunehmend schlechter versorgt und in Schule und Alltag benachteiligt würden. Auf den ersten
Kinder und Jugendliche mit Diabetes in Schule und Alltag weiter benachteiligt
3. September 2020
Kiel – Kann das SARS-CoV-2 die Betazellen zerstören und dadurch einen Typ-1-Diabetes auslösen? In vielen Ländern haben Diabetologen während der ersten Welle der COVID-19-Pandemie ungewöhnliche
Kasus: SARS-CoV-2 könnte Typ-1-Diabetes ausgelöst haben
28. August 2020
Denver – Ein „Closed Loop“-System zur automatisierten Insulintherapie hat in einer randomisierten Studie bei Kindern im Alter von 6 bis 13 Jahren die Blutzuckerkontrolle vor allem in der zweiten
LNS

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER