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Politik

Ärzte sollen mehr über Missbrauch der Medizin im Nationalsozialismus wissen

Freitag, 14. August 2020

/dpa

Berlin – Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, will angehen­den Ärzten in ihrer Ausbildung mehr Wissen über den Missbrauch der Medizin während des Nationalsozialismus vermitteln lassen.

Dazu solle die Approbationsordnung geändert werden – derzeit gebe es eine Lücke in der medizinischen Ausbildung, sagte Klein. Zu viele Mediziner hätten unzureichende Kenntnisse über die Rolle der Medizin im Dritten Reich. Das betreffe gerade ethische Fragen.

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So fehle es zum Beispiel an Kenntnissen über die menschenverachtenden Versuche des KZ-Arztes Josef Mengele und anderer Mediziner. „Das waren glatte Verstöße gegen den hippokratischen Eid“, betonte Klein. Es sei wichtig, Mediziner von heute stärker auf diese ethischen Fragen zu bringen.

Die ethischen Grundlagen des Medizinerberufs müssten prüfungsrelevant werden. Ohne­hin gebe es derzeit von anderer Seite den Wunsch, die Approbationsordnung zu überarb­eiten; da passe sein Anliegen gut hinein.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach unterstützte die Forderung. Das Thema sei bis­her „unterbelichtet“. Lauterbach erinnerte an die Verdrängung der jüdischen Ärzteschaft nach 1933 und an die Tatsache, dass ein großer Teil der Ärzte in der NSDAP organisiert war.

Klein ist über das Thema nach eigenen Angaben „in Gesprächen mit dem Bundesgesund­heitsministerium“. Ein Ministeriumssprecher bestätigte dies, der Entwurf für die neue Ap­probationsordnung solle im Herbst vorliegen. © dpa/kna/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #828991
Schwester M.
am Samstag, 15. August 2020, 08:36

Ärzte im 3. Reich fehlende Informationen

Wurde überhaupt nach dem 3. Reich in den Universitäten, Justiz sowie Krankenhäuser von Personal die Nazis waren und sich eindeutig so verhalten sowie gehandelt haben diese entfernt?
Avatar #760232
penangexpag
am Samstag, 15. August 2020, 08:03

Ärzte im 3.Reich

zit.("...dass ein großer Teil der Ärzte in der NSDAP organisiert war.") Angesichts der Brisanz des Themas ist die zitierte Formulierung viel zu oberflächlich. Viele Ärzte waren Juden - waren etwa auch von diesen ein großer Teil in der NSDAP ? Doch wohl nicht ! Entweder man weist einfach auf den Umstand hin, daß auch Ärzte in der NSDAP waren, oder man gibt die Anzahl an, wie viele nichtjüdische Ärzte in der NSDAP waren. Das wäre eine dienliche Information.
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