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Melanomentstehung: Wissenschaftler untersuchen Nervenprotein

Freitag, 21. August 2020

/Christoph Burgstedt - stock.adobe.com

Erlangen-Nürnberg/Bonn – Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 40.000 Menschen neu an einem malignen Melanom. Wissenschaftler vom Institut für Biochemie der Uni­versität Erlangen-Nürnberg untersuchen jetzt die Bedeutung eines Proteins namens Neu­ritin 1 für die Krebsentstehung. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Projekt mit rund 387.000 Euro.

„Wir wissen bereits, dass ein Protein mit dem Namen Neuritin 1 eine wichtige Rolle bei der Melanomentstehung spielt“, erklärte die Studienleiterin Silke Kuphal.

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Neuritin 1 gehört zu den Neurotrophinen, einer Gruppe von Proteinen, die unter anderem als Wachstumsfaktoren im Nervensystem fungieren. Werden sie übermäßig stark produ­ziert und in die Umgebung der Zellen abgegeben, können sie zum Entstehen von Krebs beitragen, beispielsweise von Gehirntumoren.

„In der Embryonalentwicklung entstehen spezifische Zellen des Gehirns und der Haut aus demselben embryonalen Gewebe, sind also quasi miteinander verwandt. Daher vermuten wir, dass Neuritin 1 auch bei bösartigen Veränderungen von Hautzellen von besonderer Bedeutung sein könnte“, sagte Kuphal.

Im Blut von Melanompatienten konnten Kuphal und ihr Team Neuritin 1 bereits nach­wei­s­en. Im nächsten Schritt wollen die Wissenschaftler auf molekularer Ebene analysieren, wie genau dieses Protein das Tumorwachstum steuert, wie es mit seiner Umgebung kommuniziert und welchen Einfluss es auf die Metastasierung hat. Sie wollen zudem herausfinden, welche Zellen das Nervenprotein auch in das umliegende Gewebe abgeben.

„Aggressive Krankheitsverläufe wie beim metastasierten Melanom stellen die Krebs­me­dizin vor große Herausforderungen. Um hier neue Therapieansätze zu finden, ist es wichtig, die Prozesse in einem Tumor im Detail zu verstehen“, sagte Gerd Nettekoven, Vor­standsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe. Daher sei es der Krebshilfe ein Anliegen, auch zukunftsweisende Projekte in der Grundlagenforschung zu unterstützen. © hil/aerzteblatt.de

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