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Politik

Saar-Landtag: Homosexuelle Männer sollen leichter Blut spenden dürfen

Donnerstag, 27. August 2020

/dpa

Saarbrücken – Der saarländische Landtag hat sich gegen eine Diskriminierung von homo­sexuellen Männern beim Blutspenden ausgesprochen. Die Abgeordneten beschlossen ges­tern in Saarbrücken einstimmig einen von CDU und SPD eingebrachten Antrag, wo­nach die bisher für Blutspenden noch geltende „Rückstellung“ Homosexueller für die Dauer von zwölf Monaten deutlich verkürzt werden solle.

„Das ist eine Diskriminierung von ehrenwerten Personengruppen“, sagte Sozialministerin Monika Bachmann (CDU). Sie versprach, sich gemeinsam mit anderen Landesministern beim Bund dafür einzusetzen, dass eine entsprechende „Gruppenrückstellung“ der Bun­desärztekammer (BÄK) aufgehoben werde.

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Der Abgeordnete Dennis Lander (Linke) nannte den Antrag der beiden Koalitions­fraktio­nen „scheinheilig“: Schon vor viereinhalb Jahren habe der saarländische Landtag etwas Ähnliches beschlossen, ohne dass irgendetwas passiert sei.

Derzeit dürfen wegen möglicher Infektionsgefahren – beispielsweise durch HIV – homo­sexuelle Männer erst zwölf Monate nach ihrem letzten Geschlechtsverkehr Blut spenden. „Ist das nicht zynisch, ist das nicht seltsam, ist das nicht lebensfremd?“, sagte Bachmann. Eine solche Rückstellung dürfe nicht von der sexuellen Orientierung abhän­gig gemacht werden, sondern müsse auf das Verhalten des Einzelnen abgestellt werden.

Zudem gehe die Wartezeit von zwölf Monaten „weit über die medizinische Notwendigkeit hinaus“. Bachmann verwies darauf, dass die Coronapandemie auch zu einem Nachlassen von Blutspenden und zu einer Knappheit von Blutkonserven geführt habe. „Wir brauchen Blut. Wir brauchen Blutspender“, sagte sie. „Wir können es uns nicht leisten ganze Perso­nen­gruppen wie männliche Homosexuelle von einer Blutspende auszuschließen.“

Täglich würden in Deutschland 12.000 Blutspenden benötigt, sagte die Landtagsabge­ord­nete Christina Baltes (SPD). „Das Risiko bemisst sich danach, ob Sexualpraktiken sicher oder unsicher sind. Nicht danach, ob die Partner hetero- oder homosexuell sind.“ © dpa/aerzteblatt.de

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