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Politik

EU-Patienten­organisation fordert Priorität für Patientensicherheit bei SARS-CoV-2-­Impstoffentwicklung

Freitag, 28. August 2020

/Andreas Prott, stock.adobe.com

Brüssel – Bei der Entwicklung von Impfstoffen gegen das SARS-CoV-2-Virus muss die Patientensicherheit höchste Priorität haben. Dies betonte das Europaen Patients Forum (EPF), eine Dachorganisation, die mit Patientengruppen im Bereich der öffentlichen Ge­sundheit und der Gesund­heits­förder­ung in ganz Europa zusammenarbeitet.

Ein wirksamer Impfstoff werde der Schlüssel sein, um die Coronapandemie unter Kon­trolle zu bringen, so die Patientenorganisation. Das EPF begrüßt in diesem Zusammen­hang die Bemühungen der Industrie und der Aufsichtsbehörden zur Beschleunigung des Prozesses.

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Zugleich dürfe dies aber nicht dazu führen, dass die Sicherheits- oder Wirksamkeitsstan­dards gesenkt werden, die unter der strengen Kontrolle der Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) bleiben sollten. Die Patienten müssten sicher sein können, dass alle SARS-CoV-2-Impfstoffe nach den höchsten Standards entwickelt wurden.

Darüber hinaus müssten ihre Vorteile und Risiken, aber auch mögliche Grenzen der Wirk­samkeit – etwa die Verringerung der Schwere der Erkrankung im Vergleich zur Verhinde­rung einer Infektion – eines neuen Impfstoffs sowohl öffentlich als auch jedem Patienten klar mitgeteilt werden, um eine sinnvolle gemeinsame Entscheidung zu ermöglichen.

Das EPF fordert von der Europäischen Kommission die Zusicherung, dass die EU-Produkt­haftungsrichtlinie nicht angepasst wird und dass ihre Bestimmungen auf Vereinbarungen mit Pharmaunternehmen angewendet werden, die Coronaimpfstoffe entwickeln. Derzeit sei es nicht angebracht, Ausnahmen von der zivilrechtlichen Haftung und der EU-Pro­dukt­haftungsverordnung zu gewähren.

EPF-Präsident Marco Greco rief die EU-Kommission und die nationalen Behörden auf, trans­parente Informationen über die Bedingungen von Verträgen mit Pharmaunterneh­men einschließlich ihrer Haftungsbestimmungen zu veröffentlichen.

Transparenz und Vertrauen in die Behörden seien von entscheidender Bedeutung, um die Akzeptanz der neuen Impfstoffe zu gewährleisten. Ein Mangel an Transparenz könne das Vertrauen der Öffentlichkeit massiv schädigen und die Bemühungen im Bereich der öffentlichen Gesundheit und der Prävention von Krankheiten langfristig untergraben. © aha/aerzteblatt.de

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