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Ärzteschaft

Kinderärzte empfehlen Grippeschutzimpfung für Kinder

Montag, 31. August 2020

/dpa

Berlin – Deutsche Kinderärzte raten Eltern dringend, ihre Kinder in diesem Herbst gegen Grippe impfen zu lassen. „Wir wissen, dass Kinder den Influenzavirus maßgeblich übertra­gen“, sagte Johannes Hübner, der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Pädriatische Infektiologie (DGPI), der Welt am Sonntag.

In jedem Winter müssten viele Kinder wegen Grippe stationär aufgenommen und sogar mit Sauerstoff versorgt werden. Abgesehen von den Risiken für die Gesundheit der Kinder gebe es in Zeiten der Corona­pandemie eine gesellschaftliche Verpflichtung zum Schutz anderer.

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Die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) empfiehlt die Influenzaregelimpfung sogar für alle Kinder ab einem Alter von sechs Monaten. In den USA sind derzeit fast 60 Prozent der Kinder geimpft, mit steigender Tendenz. In der EU folgen erste Länder der WHO-Em­pfehlung, grundsätzlich alle Kinder auch gegen Grippe impfen zu lassen, etwa Großbri­tannien oder Finnland.

Auch Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) rät unter den aktuellen Voraus­set­zungen zur Grippeimpfung: „Gleichzeitig eine größere Grippewelle und die Pandemie kann das Gesundheitssystem nur schwer verkraften“, sagte er der Zeitung: „Deswegen haben wir diesmal zusätzlichen Grippeimpfstoff besorgt. Jeder, der sich und seine Kinder impfen lassen will, sollte und kann das tun.“

Angesichts möglicher Engpässe bei Impfstoffen empfiehlt der Präsident der Bundesärzte­kammer (BÄK), Klaus Reinhardt, sich vor allem „auf den Schutz der besonders gefährde­ten Bevölkerungsgruppen“ zu konzentrieren.

Ratsam seien Grippeschutzimpfungen bei jungen Menschen immer dann, wenn eine er­höhte Gefährdung infolge eines Grund­leidens vorliege, zum Beispiel Asthma, Diabetes oder Erkrankungen des Immunsystems.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sagte der Zeitung: „Wir müssen uns bei Grippe­schutzimpfungen in diesem Jahr deutlich steigern, jedoch nur aufgrund freiwilliger Be­reitschaft.“ Einen Impfzwang lehnt er ab.

Bayerns Ge­sund­heits­mi­nis­terin Melanie Huml (CSU) hält eine Grippeimpfung in diesem Jahr ebenfalls für wichtig. Unverzichtbar sei sie vor allem für das Personal in Kranken­häusern, Schulen und Pflegeeinrichtungen: „Deshalb appelliere ich an das Verantwor­tungs­bewusstsein der Beschäftigten und fordere sie zur Impfung auf.“ © kna/aerzteblatt.de

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Avatar #770175
Wie bitte?
am Mittwoch, 2. September 2020, 18:05

Katastrophenszenario

Kinder (ab 6 Mo.?) sollen also die Grippeschutzimpfung dieses Jahr bekommen. Alle Impfungen beinhalten einen H1N1-Virus, einen Coronavirus. Alle Impfungen haben Nebenwirkungen, die Covid-19-ähnlich sind. Wenn die Kinder dann einen PCR-Test machen, könnten sie ggf. positiv testen. Dann hätten wir aufgrund der Grippeimpfung eine Corona-Welle (die 2. oder 3.). Flucelvax Tetra unterliegt einer zusätzlichen Überwachung; sie ist speziell, weil sie nicht auf Eiern, sondern auf Hundenieren gezüchtet wird. Hundenieren haben besonders viele Coronaviren, die in der fertigen Impfung. Was würde passieren, wenn diese Impfung für Senioren adjuvantiert verabreicht wird und nicht-neutralisierende Antikörper gegen Coronaviren gebildet werden? Hatten wir nicht eine Übersterblichkeit von oder mit Corona in dieser Altersgruppe wegen der Grippeschutzimpfung?
LNS

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