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Politik

BMG will Einbindung tiermedizinischer Labore in SARS-CoV-2-Tests prüfen

Montag, 31. August 2020

/picture alliance, ZUMAPRESS.com, David Talukdar

Berlin – Eine weitere Ausdehnung der Laborkapazitäten für SARS-CoV-2-Tests auf tier­me­dizinische Labore erwägt das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium (BMG). Es werde noch ein­mal geprüft, ob und wie auch veterinär­medizinische Labore in die Auswertung einbezo­gen werden könnten, sagte eine Sprecherin heute in Berlin.

In einigen Bundesländern werde das laut BMG schon praktiziert. Derzeit seien nach An­ga­ben des Robert Koch-Instituts (RKI) bundesweit 1,4 Millionen Tests pro Woche möglich. Zuletzt seien wöchentlich mehr als 900.000 Tests durchgeführt worden. Für den Herbst sollen Tests insgesamt stärker auf Risikogruppen wie ältere Menschen, Pflegeheime und Kliniken ausgerichtet werden.

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Das Ministerium bekräftigte mit Blick auf die kommende Grippesaison den generellen Ap­pell, sich gegen Grippe impfen zu lassen. Der Bund habe dafür sechs Millionen zusätzli­che Impfdosen bestellt – neben rund 20 Millionen Impfdosen, die Ärzte geordert haben. Hintergrund ist, ein mögliches Aufeinandertreffen von vielen Grippe-Erkrankungen und Coronapatienten zu vermeiden.

Zuvor hatte die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS) berichtet, dass in veteri­när­­medizinischen Laboren große ungenutzte Kapazitäten für PCR-Tests vorhanden seien.

„Ich fände es richtig, diese Expertise zu nutzen“, sagte Thomas Mettenleiter, der das Frie­drich-Loeffler-Institut (FLI) – das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit – leitet. Ob Human- oder Veterinärmedizin, die Diagnostik sei in diesem Fall im Grundsatz die­selbe. Außerdem sei die Automatisierung in den Veterinärlaboren wegen der dort übli­chen hohen Stückzahlen weit fortgeschritten.

Schon jetzt werden dem Bericht zufolge staatliche Veterinärlabore in sieben von 16 Bun­desländern von den Gesundheitsbehörden für Coronatests genutzt. Aus der Branche hei­ße es, die stärkere Einbeziehung privater Veterinärlabore könne die PCR-Test-Kapazität in Deutschland verdreifachen.

Dem Bericht zufolge bot zudem das Rostocker Biotechunternehmen Centogene in der vergangenen Woche in einem Brief an Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) an, künftig 100.000 Coronatests am Tag vorzunehmen – mehr, als jedes andere Labor in Deutschland zurzeit bewältigt.

Bis zu eine Million Tests am Tag könnte das Deutsche Rote Kreuz (DRK) dem Bericht zu­folge bearbeiten, wenn ein ressourcenschonendes Testverfahren eingesetzt würde, das sich bei der Überprüfung von Blutspenden bewährt habe.

Die FAS berief sich dabei auf den ärztlichen Direktor des DRK-Blutspendediensts in Hessen und Baden-Württemberg, Erhard Seifried. Die 182 medizinischen Labore, die ihre Testzahlen ans Robert Koch-Institut (RKI) melden, kamen zuletzt zusammen auf knapp eine Million Tests in der Woche.

Vertreter der Labormedizin warnten bereits wiederholt vor personeller Überlastung und Lieferengpässen bei Verbrauchsgütern. © afp/aerzteblatt.de

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Avatar #760158
wilhem
am Montag, 31. August 2020, 17:26

Kommt

aus dem Gesundheitsfonds
Avatar #88767
fjmvw
am Montag, 31. August 2020, 17:24

Hab nur ich die Stelle überlesen, an der es um die "Bezahlung"

solcher Tests geht? Wenn jetzt 1 Mio realisierte Tests bei Kapazitäten von 1,4Mio pro Woche durchgeführt werden und das zuwenig ist, dann sollte man sich auf 2 Mio Tests pro Woche einstellen.

Aus medizinischer Sicht mag das (vielleicht) Sinn machen. Stellt sich noch die Frage, wer bezahlt das?
2 Mio Tests pro Woche steht für Ausgaben von rund 5 Mrd Euro pro Jahr - reine Laborkosten. Dazu kommen noch die Kosten für die Abstrichentnahme sowie das gesamte Pocederer drumherum.

Sollen die 5 - 7 Milliarden aus der Gesamtvergütung der Niedergelassenen bezahlt werden? Falls nein, woher sonst soll das Geld kommen?
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