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Medizin

Honig bei Therapie von Atemwegsinfektionen empfehlenswert

Donnerstag, 17. September 2020

/gpointstudio, stock.adobe.com

Oxford – Honig kann Beschwerden bei Atemwegsinfektionen lindern, insbesondere Husten. Das berichten Wissenschaftler der Oxford University Medical School im British Medical Journal Evidence Based Medicine (BMJ EBM, DOI: 10.1136/bmjebm-2020-111336).

„Honig ist billig, leicht erhältlich und hat so gut wie keine Nebenwirkungen. Ärzte können ihn als geeignete Alternative zu Antibiotika empfehlen, die bei dieser Art von Infektionen oft verschrieben werden, obwohl sie nicht geeignet sind“, schreiben die Forscher.

Honig wird seit langem als Hausmittel zur Behandlung von Husten und Erkältungen verwendet. Laut den Wissenschaftlern gibt es Belege für seine Anwendung bei Kindern, aber die Hinweise für seine Wirksamkeit bei einer Reihe von Symptomen der oberen Atemwege bei Erwachsenen seien bislang nicht systematisch überprüft worden.

Sie durchsuchten daher Forschungsdatenbanken nach relevanten Studien, in denen Honig und Zubereitungen, die ihn als Bestandteil enthalten, mit der üblichen Therapie verglichen wurden. Diese bestand meist aus Antihistaminika, schleimlösenden Mitteln, Hustenmitteln und/oder Schmerzmitteln.

Sie fanden 14 geeignete klinische Studien mit 1.761 Teilnehmern unterschiedlichen Alters. Die gepoolte Datenanalyse dieser Studien zeigte, dass Honig wirksamer war als die übliche Behandlung, insbesondere bei Husten.

2 der Studien zeigten, dass die Symptome bei den mit Honig behandelten Personen 1 bis 2 Tage kürzer anhielten.

Die Forscher weisen aber daraufhin, dass Honig eine komplexe Substanz und kein einheitliches Produkt sei. Nur 2 der Studien hätten zudem eine mit Placebo behandelte Kontrollgruppe eingerichtet.

Trotz dieser methodischen Schwächen vieler Studien argumentieren sie für einen Thera­piev­ersuch mit Honig: „Infektionen der oberen Atemwege sind der häufigste Grund für die Verschreibung von Antibiotika“, erinnern sie. Dies sei bei viralen Infekten unwirksam, ungeeignet und trage zur Antibiotikaresistenz bei.

„Honig könnte daher eine Alternative darstellen, wenn Ärzte etwas verschreiben wollen, um Symptome der oberen Atemwege sicher zu behandeln“, schlagen sie vor. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Donnerstag, 17. September 2020, 22:14

Dazu von mir auf Twitter

"G.Meyerowitz-Katz, Epidemiologe/Wollongong-Uni/Sydney zerpflückte völlig irreführende Honig-Metaanalyse: Invalide Studien/fehlende Randomisierung/Verblindung nebst subjektiver Voreingenommenheit bei i.d.R. selbstlimitierendem Husten verklären Honigwirkung!"

Die Fakten:
Honig hilft bei Husten besser als Medikamente – und das nicht nur bei Kindern, wird behauptet. Die dazugehörige Studie mit diesem Ergebnis erschien kürzlich im renommierten Journal BMJ Evidence Based Medicine und wurde von Medizinern der Oxford University durchgeführt.

Doch formal sind inhaltlich wurde sie heftig kritisiert:

Health Nerd @GidMK Aug 20, 2020 Replying to @GidMK 14/n I should also mention, both of these studies were rated as at low/moderate risk of bias in the systematic review. Have a look yourself and see if you think that this is reasonable:
https://sid.ir/en/journal/ViewPaper.aspx?ID=196449
https://nature.com/articles/pcrj201372#Sec9
Health Nerd @GidMK
15/n I haven't gone through every study yet, but every one that I have is similarly worrying. I can't actually find a study that I'm not worried about in this analysis 4:00 AM · Aug 20, 2020 47
See Health Nerd’s other Tweets

Health Nerd, der eigentlich Gideon Meyerowitz-Katz heißt und als Epidemiologe an einer Universität in Sydney arbeitet, gibt nach erster Durchsicht der Primärstudien ein vernichtendes Zwischenfazit ab.

Im Tweet schreibt er: „Ich bin noch nicht jede Studie durchgegangen, aber jede, die ich mir angesehen habe, ist ähnlich besorgniserregend. Ich kann in dieser Analyse eigentlich keine Studie finden, die mich nicht beunruhigt.“

Das Problem der Verzerrung
Ein großes Problem dieses Reviews ist für ihn die Ermittlung des Biasrisikos. Verzerrungen will man in Studien natürlich so weit es geht vermeiden, ist aber nicht immer gegeben. Deswegen beurteilt man anhand von Skalen oder Checklisten das Biasrisiko der Primärstudien. Auf potentielle Mängel sollten Autoren dahingehend immerhin hinweisen.
Einzelheiten unter
https://www.doccheck.com/de/detail/articles/29134-husten-die-maerchenhafte-honig-studie?utm_source=www.doccheck.com&utm_medium=DC%2520Search&utm_campaign=DC%2520Search%2520content_type%253Aall&utm_content=DC%2520Search%2520katz%2520honig

Mf+kG, Ihr Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund (z.Zt. Ramatuelle/F)
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