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Medizin

Neues Testverfahren zur Resistenzbestimmung bei Tuberkulose

Dienstag, 22. September 2020

Kateryna_Kon, stock.adobe.com

Borstel – Ein neues mögliches Testverfahren, um resistente Tuberkulose (Tb)-Stämme schneller bestimmen und somit effektiver behandeln zu können, haben Wissenschaftler am Forschungszentrum Borstel, Leibniz Lungenzentrum (FZ Borstel), und am Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) untersucht.

Im European Respiratory Journal berichten sie, dass der sogenannte Deeplex® MycTB Test vielversprechende Resultate liefert und in Zukunft eine wichtige Rolle in der Diagnostik spielen könnte (DOI: 10.1183/13993003.01796-2020).

Mehrfachresistente Mykobakterienstämme erschweren bekanntlich die globale Tb-Kontrolle. Es ist nötig, Resistenzen rasch zu erfassen. Die auf dem Wachstum der Bakterien basierende Resistenzbestimmung ist mit bis zu 6 Wochen laut den Forschern aber sehr zeitaufwendig.

Verfügbare molekular-biologische Tests könnten zwar direkt vom klinischen Material durchgeführt werden, erfassten jedoch nur eine begrenzte Anzahl der Resistenzvarianten. Ein guter Ansatz sei die Analyse des Erbguts der Pathogene durch eine sogenannte „Ganzgenom-Sequenzierung“.

„Jedoch ist die direkte Sequenzierung aus klinischem Material, aufgrund der geringen Menge an mykobakterieller DNA, herausfordernd“, so die Forscher. Sie testeten in der vorliegenden Studie daher eine Variante, in der nur direkt mit Resistenzen im Zusammen­hang stehende Bereiche des Erbguts vervielfältigt aufgeschlüsselt werden. Der Testansatz deckte 18 resistenzvermittelnde Regionen im mykobakteriellen Genom ab.

Der Vergleich der sogenannten Deeplex®-MycTB-Daten mit klassischen Ganzgenom­sequenzdaten zeigte Übereinstimmungen im Bereich von 98 %, der Vergleich mit phänotypischen Resistenzdaten Übereinstimmungen von größer 95 % für die Erstrangmedikamente und von 70-100 % für die Zweitrangmedikamente.

„Die Ergebnisse dieser Studie verdeutlichen, dass der Deeplex®-MycTB Test ein ideales Werkzeug zur schnellen und umfassenden Resistenzbestimmung aus klinischen Proben darstellt und in Zukunft die phänotypische Resistenzbestimmung für einen großen Anteil der diagnostischen Proben ersetzen kann“ sagte Silke Feuerriegel, Erstautorin der Studie und DZIF-Wissenschaftlerin am FZ Borstel. © hil/aerzteblatt.de

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