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EU erweitert Indikation für Totimpfstoff gegen Herpes Zoster

Montag, 7. September 2020

/dpa

Brüssel/München/Berlin – Die Europäische Kommission hat Ende August die Indikation für den Impfstoff Shingrix gegen Herpes Zoster erweitert. Es ist in Europa nun zur Vor­beu­gung von Herpes Zoster und postzosterischer Neuralgie indiziert für Erwachsene im Alter von 50 Jahren und älter sowie für Erwachsenen ab 18 Jahren mit einem erhöhten Risiko für Herpes Zoster.

Die Indikationserweiterung ist nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) bereits gül­tig. Sie basiert auf Daten aus sechs klinischen Studien mit erwachsenen Studienteilneh­mern, die aufgrund einer Erkrankung oder Therapie immundefizient oder immunsuppri­miert waren.

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Darunter waren Patienten mit HIV, soliden Tumoren, hämatologischen Malignomen sowie Patienten, die sich einer autologen hämatopoetischen Stammzelltransplantation oder einer Nierentransplantation unterziehen mussten. Die Teilnehmer erhielten randomisiert Shingrix oder Placebo.

Gürtelrose oder Herpes Zoster wird durch das Varizella-Zoster-Virus ausgelöst. Das Virus verursacht bei Erstkontakt, meist im Kindesalter, Varizellen. Nach Abklin­gen der Vari­zell­en bleibt das Virus lebenslang in den Nervenzellen und kann zu einem späteren Zeit­punkt Herpes Zoster verursachen.

In Deutschland erkranken nach Untersuchungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) auf Basis von Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigungen jährlich mehr als 300.000 Personen an Herpes Zoster, etwa fünf Prozent von ihnen entwickeln eine Komplikation in Form einer postherpetischen Neuralgie. Am häufigsten sind ältere Menschen betroffen. Patienten mit einem geschwächten Immunsystem haben ein erhöhtes Erkrankungsrisiko.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) im RKI plant eine Stellungnahme zu der Indikati­onserweiterung, wie das Institut dem Deutschen Ärzteblatt mitteilte.

Im Augenblick empfiehlt die Kommission allen Personen ab 60 Jahre die Gürtelrose-Schutz­impfung mit einem Totimpfstoff als Standardimpfung. Personen mit einer Grund­krankheit oder Immunschwäche empfiehlt die Kommission die Impfung im Augenblick ab einem Alter von 50 Jahren.

Diese Empfehlung hat der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) im Frühjahr 2019 in seine Schutzimpfungs-Richtlinie aufgenommen. Die Krankenkassen erstatten sie also entsprechend. Das RKI betont, die Impfung werde erst zur Pflichtleistung der Kassen, wenn der G-BA über die Aufnahme in die Schutzimpfungsrichtlinie entschieden habe. © hil/aerzteblatt.de

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