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Coronakrise wird UN zufolge Armut bei Frauen und Mädchen verschlimmern

Mittwoch, 2. September 2020

/dpa

New York – Die Coronakrise wird nach einer Einschätzung der Vereinten Nationen (UN) die Armut von Frauen und Mädchen weltweit deutlich verschlimmern.

Eigentlich sei zwischen 2019 und 2021 eine Verringerung der Armutsrate von Frauen weltweit um 2,7 Prozent erwartet worden, teilten das UN-Entwicklungsprogramm UNDP und die UN-Frauenorganisation UN Women heute in New York mit. Aufgrund der Pande­mie und deren Folgen werde nun aber ein Anstieg um 9,1 Prozent vorhergesagt.

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Bis 2021 könnten der Einschätzung zufolge 96 Millionen zusätzliche Menschen in die extreme Armut abrutschen – 47 Millionen davon Frauen und Mädchen. Damit stiege die Zahl der Frauen und Mädchen, die von extremer Armut betroffen seien, weltweit auf 435 Millionen.

Die meisten davon lebten in Afrika südlich der Sahara, viele aber auch in Südasien, wo zuletzt eigentlich starke Fortschritte gemacht worden seien. Frauen seien deutlich stärker von Armut bedroht als Männer, hieß es.

Bis 2021 werde es für jeden Mann im Alter zwischen 25 und 34, der von extremer Armut betroffen sei, 118 betroffene Frauen geben. Bis 2030 würden es sogar 121 betroffene Frauen sein.

„Frauen tragen die Hauptlast der Coronakrise, weil sie stärker gefährdet sind, ihre Ein­kommensquelle zu verlieren, und weniger wahrscheinlich von sozialen Schutzmaßnah­men geschützt sind“, sagte UNDP-Chef Achim Steiner, hochrangigster Deutscher bei den Vereinten Nationen. Für die Einschätzung beauftragten UNDP und UN Women Wissen­schaft­ler der Universität in Denver.

Die vorhergesagten Entwicklungen seien aber nicht unaufhaltbar, hieß es von den Verein­ten Nationen. „Mehr als 100 Millionen Frauen und Mädchen könnten aus der Armut he­rausgeholt werden, wenn Regierungen eine umfassende Strategie implementieren, die den Zugang zu Bildung, Familienplanung, gerechten und gleichen Lohn und dem Ausbau sozialer Transfers garantiert“, sagte Steiner. © dpa/aerzteblatt.de

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