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Medizin

Haarfärbemittel können kumulativ bestimmte Krebsrisiken erhöhen

Donnerstag, 3. September 2020

/picture alliance, PantherMedia, Robert Przybysz

Wien – Regelmäßiges Haare färben könnte das Risiko für bestimmte Brustkrebs- und Eierstockkrebsarten erhöhen. Das zeigen Ergebnisse der bislang größten prospektiven Studie zu diesem Thema, die kürzlich im British Medical Journal veröffentlicht wurde (BMJ, 2020; DOI: 10.1136/bmj.m2942).

Demnach ging ein regelmäßiger Gebrauch von dauerhaften Haarfärbemitteln mit einem kumulativ erhöhten Risiko für Östrogenrezeptor-negativem Brustkrebs, Progesteron­rezeptor-negativem Brustkrebs, Hormonrezeptor-negativem Brustkrebs und Eierstock­krebs einher.

Für andere Krebserkrankungen, die in der Vergangenheit mit Haarfärbemitteln in Verbin­dung gebracht worden waren (Leukämien und Blasenkrebs), zeigte sich hingegen keine signifikante Risikoerhöhung. Auch die krebsassoziierte Sterblichkeit war nicht höher als unter den Frauen, die sich nie die Haare gefärbt hatten.

Als Nebeneffekt fanden die Forscher Hinweise darauf, dass die natürliche Haarfarbe möglicherweise das Krebsrisiko modulieren könnte. Frauen mit dunklen Haaren hätten so ein höheres Risiko auf Hodgkin Lymphome gezeigt, während bei Frauen mit hellen Haaren Basalzellkarzinome häufiger auftraten.

Für die Studie hatten die Wissenschaftler um Eva Schernhammer Daten von mehr als 117.200 hellhäutigen US-amerikanischen Pflegerinnen ausgewertet, die über 36 Jahre hinweg in der Nurses‘ Health Studie begleitet worden waren.

Die Kohortenstudie erhebt seit 1976 alle 2 bis 4 Jahre eine breite Palette an Informa­tionen mittels Fragebögen. Darunter finden sich auch Fragen zur Nutzung von Haarfärbe­mitteln und in welchem Alter diese erstmals verwendet wurden.

Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte bereits die berufliche Exposition mit Haarfärbemitteln als „wahrscheinlich karzinogen“ eingestuft. Für eine Einschätzung des persönlichen Risikos fehlt es aber bisher an Evidenz.

Auch die Autoren der neuen Studie weisen darauf hin, dass weitere Untersuchungen nötig seien, um die Zusammenhänge besser zu verstehen. © jff/aerzteblatt.de

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