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Medizin

Plötzlichem Herzstillstand gehen meistens Arztkontakte voraus

Mittwoch, 23. September 2020

/pixelaway, stock.adobe.com

Kopenhagen – Ein plötzlicher Herzstillstand kommt für die Patienten meist unerwartet. Das bedeutet allerdings nicht, dass es keine Vorwarnzeichen gibt. Eine Analyse aus Dänemark, die auf der Jahrestagung der European Society of Cardiology (ESC) vorgestellt wurde, ergab, dass jeder zweite Patient in den 2 Wochen vor dem plötzlichen Herzstill­stand Kontakt zu Arzt oder Klinik hatte.

Das dänische Herzstillstand-Register erfasste in den Jahren 2001 bis 2014 insgesamt 28.955 Patienten, die außerhalb der Klinik einen plötzlichen Herzstillstand erlitten (OHCA), der vermutlich kardiale Ursachen hatte. Die Betroffenen waren im Durchschnitt 72 Jahre alt und zu 67 % Männer.

Viele waren bereits vor dem OHCA krank. Wie ein Team um Nertila Zylyftari von der Universitätsklinik in Kopenhagen herausfand, hatten im Jahr vor dem OHCA pro Woche im Durchschnitt 26 % der Patienten Kontakt zu Ärzten oder Krankenhäusern. In einer Kontroll­gruppe, die den Patienten jeweils 9 Personen gleichen Alters und Geschlechts gegen­überstellte, waren es nur 14 %.

In den letzten beiden Wochen vor dem OHCA kam es dann zu einem Anstieg auf 54 %. Mehr als jeder zweite Patient befand sich demnach in ärztlicher Behandlung. Die meisten Kontakte hatten die Patienten mit dem Hausarzt. Aber auch die Zahl der Klinikbehand­lungen hatte zugenommen. Hier kam es in den letzten 6 Monaten vor dem OHCA zu einem Anstieg von 3,5 % auf 6,5 % der Patienten gegenüber nur 2 % in der Kontroll­gruppe.

Die Anlässe für die Klinikbehandlungen waren vielfältig. Ischämische Herzerkrankungen (8 %) und Herzinsuffizienz (4,5 %) gehörten zu den häufigsten Diagnosen, wie Zylyftari dem zentralen Patientenregister des Landes entnahm.

Die Forscherin konnte nicht ermitteln, aus welchen Gründen sich die Patienten in den letzten beiden Wochen vor dem OHCA an ihren Hausarzt gewendet hatten. Es sei jedoch wahrscheinlich, dass die Arztkontakte mit dem drohenden Ereignis in Verbindung standen.

Leider konnte Zylyftari nichts näheres über die Anlässe ermitteln, die die Patienten zum Arzt geführt hatten. Die Studie zeigt aber, dass es offenbar Vorwarnzeichen gibt, deren Identifizierung Wege zur Prävention der OHCA ermöglichen könnte. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #760232
penangexpag
am Sonntag, 27. September 2020, 11:15

...aber vielleicht dieses :

Zugegeben kein sehr erhellender Artikel.Aber vielleicht Gelegenheit darauf hinzuweisen, daß regelmäßige systematische Blutdruckkontrolle zuhause eine sehr einfache, sinnvolle - und in Bezug auf die Vorphasen solcher Erkrankungen eine nicht zu unterschätzende und KONKRETE Aussage sein kann.
Avatar #95196
wwwestfale
am Mittwoch, 23. September 2020, 22:55

Spektakulärer Erkenntnisgewinn

Wahnsinn, endlich ist das geklärt. Was könnten wir noch erforschen? Gibt es vor Hirnblutungen gehäuft Kopfschmerzen? Verändert sich kurz vor dem Tod häufig die Herzfrequenz? Gehts uns vielleicht zu gut?
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