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Bundes­ärzte­kammer kritisiert Bürokratie in Kliniken und Praxen

Freitag, 4. September 2020

/dpa

Berlin – Die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) kritisiert ausufernde Bürokratie durch die gesetz­lichen Vorgaben zu Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement. Der bürokratische Auf­wand stehe in keinem Verhältnis mehr zum potenziellen Nutzen für die Patienten, heißt es in einem heute in Berlin veröffentlichten Memorandum.

Die immensen Dokumentationsanforderungen hätten sich zu einem Selbstzweck entwi­ckelt. Der Focus liege nicht mehr auf dem eigentlichen Ziel der Qualitätsverbesserung, sondern vor allem auf der externen Kontrolle.

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Das ohnehin knappe Personal in Arztpraxen und Krankenhäusern werde mit ausufernden bürokratisch-formalistischen Anforderungen gebunden – Zeit und Ressourcen, die in der direkten Versorgung fehlten, heißt es weiter.

Qualitätsmanagement richtig gedacht und gut gemacht unterstütze Ärzte in der Patien­tenversorgung, anstatt sie mit aufwändigen Dokumentationstätigkeiten zu überfrachten, deren Nutzen sowohl für Patienten als auch für die Ärzteschaft kaum mehr nachvollzieh­bar sei, sagten die beiden Vorsitzenden der BÄK-Qualitätssicherungsgremien, Susanne Johna und Günther Jonitz.

Die BÄK fordert eine Rückbesinnung auf den eigentlichen Kern von Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement – der Verbesserung der Patientenversorgung. Notwendig sei eine Verschlankung der gesetzlich formulierten Anforderungen. Diese müssten sich daran messen lassen können, inwiefern ein tatsächlicher Mehrwert für die Qualität der Patien­tenversorgung geschaffen werde. © kna/may/aerzteblatt.de

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Avatar #79783
Practicus
am Sonntag, 6. September 2020, 00:03

Die Kammen

sind doch Mitverursacher der Dokumentationsflut. DIE haben doch jeder angeblichen QM-Maßnahme freudig zugestimmt, konnte man doch neue Kontrollaufgaben übenehmen und dafür zusätzliches Geld von den Ärzten fordern.
Und gegen die elektronische Patientenakte, die vieles schneller und transparenter machen würde, laufen alle völlig hirnlos Sturm, Datenschützer und Reichsbürger gemeinsam fürchten den "gläsernen Patienten", statt sich über die Möglichkeiten zu freuen...
Avatar #806194
swa27
am Freitag, 4. September 2020, 21:12

Das System ist veraltet und unzulänglich.

Nach einem 5 Tage Kranken­haus­auf­enthalt muss man 6 Wochen warten bis ein Bericht beim Hausarzt ankommt.
Vorschlag: elektronische Anmeldung mit Krankenkassenkarte bei Arztbesuch. Alle Berichte und Diagnosen für alle Ärzte abrufbar.
Avatar #549162
michael13
am Freitag, 4. September 2020, 21:02

Zwangsneurosen

Diese Brüsseler und Berliner Regelungswut ist die Ausgeburt zwangsneurotischer Bürokratenhirne und verhindert anständige Arbeit mit Patienten. Ich bin jetzt 24 Jahre niedergelassen und beobachte die Entwicklung auch am Krankenhaus. Ist wird so viel Manpower dafür verschwendet, die man an anderer Stelle gebrauchen könnte. Durch die Digitalisierung wird das noch mehr Arbeit und alles noch schlimmer, weil sie weitere Möglichkeiten eröffnet. Das verstehen diese von der Praxis entkoppelten Theoretiker einfach nicht, was sie dadurch bewirken. Wenn man das alles wirklich umsetzen würde, was die wenigsten wirklich komplett tun, müsste man die Einzelpraxis für Patienten schliessen. Für die hat man dann keine Zeit mehr, denn so viel mehr Personal, das das erledigt, kann man sich nicht leisten.
Avatar #765299
Paul-a
am Freitag, 4. September 2020, 19:18

Bürkratie in Kliniken und Praxen

Der Beitrag der BÄK ist lobenswert. Allerdings wird er an der Bürokratiewut in Brüssel und Berlin kaum etwas ändern. Orwell läßt grüßen.
LNS

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