NewsMedizinCOVID-19: Berufs- und branchenbezogenes Erkrankungsrisiko
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

COVID-19: Berufs- und branchenbezogenes Erkrankungsrisiko

Freitag, 4. September 2020

/yurolaitsalbert, stock.adobe.com

Köln – Beschäftigte im Gesundheits- und Pflegedienst sind im Vergleich zur Allgemein­bevölkerung einem wesentlich höheren Risiko für eine Infektion mit SARS-CoV-2 ausge­setzt. Bei ihnen kann COVID-19 („coronavirus disease 2019) als Berufskrankheit (BK) an­erkannt werden.

Matthias Möhner, Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), und An­dre­as Wolik, Barmer Institut für Gesundheitssystemforschung (bifg), sind der Frage nachge­gangen, ob nicht auch in anderen Berufsgruppen ein erhöhtes Infekti­onsrisiko besteht.

Anzeige

Dazu ermittelten sie, basierend auf den Routinedaten der Barmer, für alle erwerbstätigen Stammversicherten im Altersbereich von 15 bis < 65 Jahre die Inzidenz­raten für COVID-­19 im Zeitraum Anfang Januar bis Ende Mai 2020.

Die Analyse zeigte, dass das Risiko, an COVID-19 zu erkranken, in den Berufen am höchs­ten ist, die im Rahmen ihrer Tätigkeit häufig direkten Kontakt zu COVID-19-Patienten be­ziehungsweise zu potenziell infizierten Personen haben.

Jedoch wurden auch in Berufen mit zu vermutenden beengten Arbeitsplätzen und nicht optimalen Hygienebedingungen erhöhte Erkrankungsrisiken beobachtet. Dabei fielen insbesondere die hohen Zahlen bei Beschäftigten in Leiharbeit auf.

Die Autoren verweisen auf die neue SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel und sprechen sich für eine strikte Einhaltung der darauf aufbauenden innerbetrieblichen Maßnahmen aus, die dazu beitragen sollen, die Erkrankungsrisiken künftig zu reduzieren. © se/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Dienstag, 8. September 2020, 11:34

Ende mit juristischer DGUV-Haarspalterei!

Juristische Haarspalterei trotz Anerkennung als Berufskrankheit!

Selbstherrlich wollte die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) das Nichtvorliegen der Voraussetzungen für die Anerkennung eines Arbeitsunfalls bei COVID-19-Erkrankung und SARS-CoV-2-Infektionen ohne nachprüfbare Rechtsgrundlage bestimmen.

Sie begründete dies juristisch dilettantisch mit dem generellen Vorliegen einer pandemischen Allge­meingefahr durch Corona.

Allerdings musste der DGUV klar geworden sein, dass sie um die Anerkennung als Berufskrankheit nicht herum kommt. Denn fast ausschließlich und speziell im BG-Bereich Gesundheitswesen und Wohlfahrtspflege sind Menschen und Mitarbeiter ganz besonders von Infektionsfällen bedroht, während die Allgemeinbevölkerung z. B. im Hochrisikoland Spanien nur zu maximal 5 Prozent bzw. bei uns in Deutschland zu etwa 1 Prozent SARS-CoV-2-Antikörper und damit ein vergleichsweise geringes, allgemeines Infektionsrisiko aufweist.

Man spürte damals förmlich die klammheimliche Freude bei der DGUV-Feststellung: "Erkranke ein Versicherter an einer Gefahr, von der er zur selben Zeit und mit gleicher Schwe­re auch außerhalb seiner versicherten Tätigkeit betroffen gewesen wäre": Das wäre in der Tat mit der Fiktion verbunden gewesen, ausnahmslos jeder in Deutschland hätte gleichermaßen das COVID-19-Erkrankungsrisiko zu tragen. Dem ist allerdings keinesfalls so.

Es handelt sich dagegen im Wesentlichen eher um einen echten Arbeitsunfall. Die Betroffenheit ergibt sich nicht zu­fällig, sondern durch das speziell erhöhte Pandemierisiko in Abhängigkeit von der versicher­ten Tätigkeit.

Ärzte müssen daher bei bestehendem Anfangsverdacht auf eine Arbeitsunfall bedingte COVID-19-Erkrankung insbesondere bei mangelhaften oder schadhaften Schutzvorkehrungen einen Durchgangsarztbericht abhängig von der versicher­ten Tätigkeit erstellen. Der Durchgangsarztbericht muss dann pflichtgemäß von der DGUV geprüft und mit Rechtsmittel-Belehrung beschieden werden.

Mf+kG, Ihr Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund (z.Zt. Ramatuelle/F)
LNS

Nachrichten zum Thema

25. September 2020
Berlin – In Deutschland werden nach Angaben des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­iums (BMG) zurzeit gut 1,2 Milliarden Schutzmasken gelagert. Das geht aus der Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage der
Deutschland sitzt auf 1,2 Milliarden Schutzmasken
25. September 2020
Berlin – Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will sich an diesem Sonntagnachmittag mit den CDU-Ministern ihres Kabinetts treffen, um die aktuelle politische Lage zu besprechen. Im Mittelpunkt dürften die
Corona: Merkel trifft sich am Sonntag mit CDU-Kabinettsmitgliedern
25. September 2020
Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn hat den Bürgern angesichts steigender SARS-CoV-2-Fälle von Auslandsreisen in den Herbst- und Winterferien abgeraten. „Man kann ja auch Urlaub im Inland
Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Spahn rät von Auslandsreisen in Herbst- und Winterferien ab
25. September 2020
Berlin – Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat sich dafür ausgesprochen, für die Risikobewertung in der SARS-CoV-2-Pandemie nicht nur die Zahl der Neuinfektionen zu
Laschet fordert neue Kriterien für Risikobewertung in Coronapandemie
25. September 2020
Berlin – Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert einen neuen PCR-basierten Corona-Schnelltest, den Bosch entwickelt hat und bei dem das Ergebnis in 39 Minuten vorliegt. An einer
Forschungsministerium fördert Entwicklung von Corona-PCR-Schnelltest mit verkürzter Testzeit
25. September 2020
Köln – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) hat rechtliche Schritte gegen einen Mann eingeleitet, der ihn Ende August homophob beleidigt haben soll. Das meldete die Bild gestern mit Verweis auf
Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Spahn stellt Strafantrag wegen Beleidigung
25. September 2020
New York und Paris – Mehr als 10 % aller Patienten, die nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 eine schwere COVID-19 entwickeln, haben laut einer Studie in Science (2020; DOI: 10.1126/science.abd4585)
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER