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Kunstherzen: Von der Übergangs- zur Dauerlösung

Freitag, 4. September 2020

/picture alliance, Revierfoto

Frankfurt am Main – Angesichts des anhaltenden Organspendemangels setzen Chirurgen bei Herztransplantationen immer häufiger auf künstliche Herzen. Jährlich erhalten hierzu­lande nahezu 1.000 schwer herzkranke Menschen ein Herzkammerunter­stützungssystem, teilte die Deutsche Herzstiftung mit.

Ursprünglich als Übergangslösung bis zur Transplantation gedacht, werden die künstli­chen Herzen demnach inzwischen immer häufiger zur Dauerlösung. Jährlich kommen in Deutschland mehr als 465.000 Patienten mit einer Herzschwäche ins Krankenhaus.

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„Wenn alle Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind, ist die Herz­transplantation bis heute die beste Therapie einer hochgradigen Herzschwäche“, erklärte Herzchirurg und Transplantationsmediziner Jan Gummert vom Vorstand der Deutschen Herzstiftung.

Aufgrund des gravierenden Mangels an Spenderorganen betrage die durchschnittliche Wartezeit auf ein neues Herz jedoch viele Jahre. So standen im vergangenen Jahr für die rund 1.000 Patienten auf der Warteliste nur 344 Spenderherzen zur Verfügung.

Für sehr alte Menschen, Patienten mit weiteren schweren Erkrankungen oder mit einer geringeren Dringlichkeit müssen häufig andere Therapien gefunden werden.

„In diesen Fällen ist es das Ziel, mithilfe eines Herzunterstützungssystems eine möglichst hohe Lebenserwartung und Lebensqualität zu erreichen“, erläuterte Kardiologin Angelika Costard-Jäckle vom Zentrum für Herzinsuffizienz des Herz- und Diabeteszentrum Nord­rhein-Westfalen.

Für die meisten schwer herzkranken Patienten wäre eine Herztransplantation allerdings nach wie vor die beste Lösung. Vor diesem Hintergrund hat die Herzstiftung erneut um höhere Spendenbereitschaft in der Bevölkerung geworben.

Aktuell warten bundesweit 9.500 Menschen in Deutschland auf ein neues Organ, rund 1.000 davon auf ein Herz. © hil/sb/aerzteblatt.de

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