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Ärzteschaft

Ärztekammer Thüringen prüft berufsrechtliches Verfahren gegen Arzt und AfD-Abgeordneten

Montag, 7. September 2020

Robby Schlund /Screenshot DÄ vom Twitter-Account Andivendo

Gera/Berlin – Die Lan­des­ärz­te­kam­mer Thüringen prüft nach dem Zeigen eines umstritte­nen Plakats auf einer Berliner Demonstration ein berufsrechtliches Verfahren gegen den Arzt und AfD-Bundestagsabgeordneten Robby Schlund aus Gera.

Über die Einleitung eines solchen Verfahrens müsse der Kammervorstand nach Abwä­gung aller Umstände entscheiden, sagte eine Kammersprecherin heute. Dazu solle auch der Mediziner selbst angehört werden.

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Schlund hatte auf der Anti-Corona-Demonstration am 29. August in Berlin ein Transpa­rent getragen, auf dem der Berliner Virologe Christian Drosten in Sträflingskleidung mit der Aufschrift „Schuldig“ zu sehen war. Ein Foto, auf dem Schlund mit dem Plakat posiert, war von dessen Fraktionskollegen Karsten Hilse auf Facebook gepostet worden. Auch auf Twitter wurde das Bild veröffentlicht.

Der Präsident der Bundes­ärzte­kammer (BÄK), Klaus Reinhardt, hatte das Zeigen derartiger Plakate als „unerträgliche Entgleisung“ bezeichnet und berufsrechtliche Schritte gegen beteiligte Ärzte angekündigt.

Zuständig dafür sind die jeweiligen Lan­des­ärz­te­kam­mern. Die ärztliche Berufsordnung verpflichtet Mediziner, sich untereinander kollegial zu verhalten. „Unsachliche Kritik an der Behandlungsweise oder dem beruflichen Wissen einer Ärztin oder eines Arztes sowie herabsetzende Äußerungen sind berufswidrig“, heißt es in Paragraf 29 der Thüringer Berufsordnung.

Schlund betreibt eine Privatpraxis in Gera. Er hatte das Plakat mit der Darstellung Drostens gegenüber der dpa als „politische Satire“, die vom Grundgesetz gedeckt sei, bezeichnet. Er habe das Plakat nicht selbst erstellt, es in Berlin aber zeitweise gehalten. © dpa/aerzteblatt.de

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