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Pharmaunternehmen wollen bei SARS-CoV-2-­Impfstoffentwicklung keine Kompromisse eingehen

Mittwoch, 9. September 2020

/picture alliance, Christoph Schmidt

Washington – Angesichts der zunehmenden politischen Debatte zur baldigen Verfügbarkeit einer Coronaimpfung haben neun konkurrierende Pharma- und Biotechunternehmen versprochen, bei der Entwicklung und Zulassung des Impfstoffs keine Kompromisse einzugehen.

Die Zulassung eines Impfstoffs werde erst beantragt, wenn Verträglichkeit und Wirksamkeit mit einer rigorosen klinischen Studie der Phase 3 demonstriert worden seien, erklärten die Vorstandsvorsitzenden der neun Unternehmen gestern. Dies gelte sowohl für eine reguläre Zulassung als auch für eine mögliche Notfallgenehmigung, hieß es.

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Die Entwickler würden sich weiter an die nötigen hohen wissenschaftlichen und ethischen Standards halten, erklärten sie weiter. Die gemeinsame Mitteilung soll „das öffentliche Vertrauen in den rigorosen wissenschaftlichen und behördlichen Prozess garantieren, über den COVID-19-Impfstoffe geprüft und letztlich zugelassen werden könnten“, erklärten die Unternehmenschefs. Die beteiligten Firmen waren AstraZeneca, BioNTech, GlaxoSmithKline, Johnson&Johnson, Merck, Moderna, Novavax, Pfizer und Sanofi.

Trump will Erfolg verbuchen

Vor allem in den USA ist die Zulassung eines Impfstoffs zuletzt immer mehr zu einem Politikum geworden. US-Präsident Donald Trump verspricht fast täglich, dass es bis Jahres­ende oder möglicherweise schon bis zur Wahl am 3. November einen Impfstoff geben werde.

Für den Republikaner Trump, der sich um eine zweite Amtszeit bewirbt und wegen seines Managements der Coronapandemie heftig kritisiert wird, wäre die Verfügbarkeit eines Impfstoffs bis dahin ein großer Erfolg.

Demokraten und manche Gesundheitsexperten befürchten daher, dass Trump die zuständige Lebens- und Arzneimittelbehörde (FDA) für die Erteilung einer Notfallgenehmigung unter Druck setzen könnte.

Falls ein Impfstoff wegen befürchteter politischer Einflussnahme von weiten Teilen der Öffentlichkeit nicht akzeptiert würde, könnte dies die Eindämmung der Pandemie langfristig deutlich erschweren.

Weltweit befinden sich inzwischen mehrere experimentelle Impfstoffe in großen klinischen Studien. In den USA umfassen die Studien der Phase 3 in der Regel rund 30.000 Probanden.

Renommierte US-Experten hatten zuletzt erklärt, es könne bis Jahresende klar sein, ob einer der erprobten Impfstoffe hinreichend wirksam sei. Der Immunologe Anthony Fauci etwa, der auch das Weiße Haus berät, rechnet damit, dass es Anfang nächsten Jahres einen Impfstoff geben wird.

Dieser könnte eine Notfallgenehmigung der FDA erhalten, zumal eine reguläre Zulassung deutlich langwieriger sein dürfte. © dpa/aerzteblatt.de

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