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Politik

Ministerin Giffey will ungewollt Kinderlose stärker unterstützen

Mittwoch, 9. September 2020

/picture alliance, Frank May

Berlin – Bun­des­fa­mi­lien­mi­nis­terin Franziska Giffey (SPD) will Frauen und Männer mit unerfülltem Kinderwunsch stärker unterstützen. „Kinderlosigkeit ist kein Makel, Kinder­losigkeit ist kein Tabu“, sagte die SPD-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Giffey reagierte damit auf die Ergebnisse einer neuen Studie zur Situation von ungewollt Kinderlosen in Deutschland. Demnach ist die Zahl derjenigen deutlich gestiegen, die sich aufgrund ihrer Kinderlosigkeit stigmatisiert und diskriminiert fühlen.

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„Die Studie zeigt, dass viele betroffene Paare mit ihren Sorgen und Nöten alleine bleiben, weil sie sich unverstanden und ausgegrenzt fühlen“, sagte Giffey. „Das müssen wir än­dern.“ Es sei deshalb wichtig, mehr als bisher über das Thema ungewollte Kinderlosigkeit zu sprechen, über Unterstützungsangebote aufzuklären und ungewollt kinderlosen Paaren Mut zu machen.

Für die Studie „Ungewollte Kinderlosigkeit 2020“ hatten laut Mediengruppe die Forscher des Delta-Instituts für Sozial- und Ökologieforschung „Intensivgespräche“ mit Frauen und Männern zwischen 20 und 50 Jahren geführt und zudem eine repräsentative Befragung von 3.000 weiteren Frauen und Männern ausgewertet. Dabei wurden zum Teil dieselben Fragen gestellt wie bei einer Vorgängerstudie von 2013, um Trends zu erkennen.

In Deutschland ist nach Angaben des Familienministeriums fast jedes zehnte Paar zwischen 25 und 59 Jahren ungewollt kinderlos. Die Zahl der Frauen, die endgültig kinderlos bleiben, ist laut Studie zwischen 2008 und 2018 von 17 Prozent auf 21 Prozent gestiegen.

Laut Studie findet rund jeder zweite Befragte, dass ungewollte Kinderlosigkeit heute stigmatisiert wird – etwa genauso viele sehen darin ein gesellschaftliches Tabuthema. Dabei fühlen sich Frauen deutlich stärker belastet als Männer.

Deutlich gestiegen sind seit der Umfrage von 2013 die Zweifel und Bedenken gegenüber einer Kinderwunschbehandlung – vor allem mit Blick auf Kosten und gesundheitliche Risiken.

Giffey warb in diesem Zusammenhang dafür, sich zumindest beraten zu lassen: „Die Fachkräfte der Kinderwunschberatung können hier ein ganz wichtiger Begleiter werden. Niemand muss Hemmungen haben, eine solche Beratung in Anspruch zu nehmen.“ Seit 2012 unterstützt der Bund ungewollt kinderlose Paare mit einem finanziellen Zuschuss zu den Behandlungskosten. © kna/aerzteblatt.de

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