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Medizin

Der Nutzen von Protonenpumpen­inhibitoren bei COPD

Donnerstag, 10. September 2020

/psdesign1, stock.adobe.com

London – Wissenschaftler der Cochrane Airways Group haben untersucht, ob Protonen­pumpenhemmer (PPIs) wirksam sind, um die Exazerbationen einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) zu reduzieren und die Lebensqualität von Menschen mit COPD zu verbessern. Ihre Auswertung ist jetzt als Cochrane Review erschienen (DOI: 10.1002/14651858.CD013113.pub2).

Die COPD ist eine häufige Atemwegserkrankung, die unter anderem durch Husten mit Schleim und Atemnot gekennzeichnet ist. COPD ist weltweit eine der häufigsten Todesursachen und beeinträchtigt die Lebensqualität.

Die gastroösophageale Refluxkrankheit kann eine Ursache für die Exazerbation einer COPD sein. PPIs wirkten gegen die Refluxerkrankung, indem sie die Magensäure reduzieren. Laut den Cochrane-Wissenschaftlern ist es aber unklar, ob der Zusatz von PPIs zur üblichen Behandlung die Häufigkeit von COPD-Exazerbationen verringert oder die Lebensqualität von Menschen mit COPD verbessert.

Die Wissenschaftler fanden bei ihrer Recherche zu dem Thema eine Studie mit 103 Teilnehmern. Sie stammt von einem Universitätskrankenhaus und 3 städtischen Kranken­häusern in Japan.

Diese Studie verglich die Auswirkungen eines PPI plus übliche Behandlung mit der üblichen Behandlung allein bei Menschen mit COPD, die keine Vorgeschichte oder Symptome eines Refluxes hatten. Die Studienautoren untersuchten Veränderungen in der Häufigkeit von COPD-Exazerbationen und Erkältungen über einen Zeitraum von 12 Monaten.

Die Verumgruppe erhielt eine Tagesdosis von 15 Milligramm eines PPI namens Lansoprazol. Die Studienautoren berichten, dass 12 der 50 Personen, die Lansoprazol erhielten, mindes­tens eine Exazerbation innerhalb eines Jahres hatten, im Vergleich zu 26 von 50 Personen bei der üblichen Behandlung (Risikoverhältnis 0,46, 95 % CI 0,26 bis 0,81). Die Häufigkeit von COPD-Exazerbationen pro Person in einem Jahr war in der Gruppe PPI plus übliche Versorgung ebenfalls geringer als in der Gruppe mit üblicher Versorgung allein.

„Die Verabreichung von PPIs an Menschen mit COPD könnte die Häufigkeit von COPD-Exazerbationen verringern. Es sind jedoch weitere hochwertige Studien erforderlich, um mehr Sicherheit zu erhalten. Künftige Studien sollten verschiedene Arten von PPIs umfassen“, folgern die Cochrane-Autoren aus ihrer Recherche. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #841840
Prost-Ata
am Freitag, 11. September 2020, 14:22

Linderung als Nebenwirkung

Ich bin, wegen des PSA Wertes, seit gut 4 Jahren Reinölpatient. Das wird Schulmedizinern nichts sagen fürchte ich. Es sind 5 ätherische Öle. Antibiotisch, antimykotisch, antiseptisch, blutverdünnend und, und, und.
COPD ist bei mir noch nicht massiv gewesen, aber doch schon "Alltagsstörend". Als "Nebenwirkung" der Prostatabehandlung haben sich meine Beschwerden deutlich (ich würde behaupten ca. 60% etwa) veringert.
Zudem konnte meine Frau mit Grippe neben mir liegen, ohne mich anzustecken. Ganz generell prallen gefühlt alle Erreger seither an mir ab. Immerhin seit gut 4 Jahren.
Natürlich bin ich keine "Studie" und es wird hier auch wenig Anklang finden. Dennnoch meine ich, dass der hypokratische Eid fast schon eine Verpflichtung ist, auf der Suche nach wirksamen Mitteln auch die Natur in Betracht zu ziehen.
"Gegen jedes Leiden ist ein Kraut gewachsen" ist keine hole Phrase....

LNS

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