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Ärzteschaft

Kinder und Jugendliche mit Diabetes in Schule und Alltag weiter benachteiligt

Mittwoch, 9. September 2020

/rkris, stock.adobe.com

Berlin – Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) warnt, dass Kinder und Jugendliche mit Diabetes mellitus zunehmend schlechter versorgt und in Schule und Alltag benachteiligt würden.

Auf den ersten Blick habe sich die Diabetestherapie in den vergangenen 25 Jahren durch die Verwendung von Glukosesensoren, Insulinpumpen, intelligenten Insulinabgabesysteme, Messgeräten mit Bolus-Rechnern und schnell wirksamen Insulinen erheblich verbessert. „Gleichzeitig haben sich die Rahmenbedingungen für ein effektives Diabetesmanagement verschlechtert“, kritisiert Karin Lange, zweite Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft „Diabetes und Psychologie“ der DDG.

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Denn moderne Therapien und Technologien stellten hohe Ansprüche an einen struk­turierten Alltag der Familien, Erziehungskompetenz, Selbstdisziplin, Selbst­management und das Verständnis komplexer Zusammenhänge. Die Betroffenen und ihre Familien benötigten dabei Unterstützung.

„In der ambulanten Versorgung sind interdisziplinäre Teams, bestehend aus Kinder­diabetologen, Psychologen und Diabetesassistenten, selten vorgesehen und finanziert. Auch der stationäre Sektor kann dies nur unzureichend abfedern, da entsprechende Strukturen an universitären Einrichtungen oder Kinderkliniken ebenso schlecht gegenfinanziert und defizitär sind“, erläuterte Lange, Leiterin der Forschungs- und Lehreinheit Medizinische Psychologie an der Medizinischen Hochschule Hannover.

Sie wies daraufhin, dass nationale und internationale Leitlinien forderten, Betroffenen ein multiprofessionelles Diabetesteam zur Seite zu stellen, das nicht nur auf Stoffwechselwerte achten, sondern auch die seelische Gesundheit und die Fähigkeit zum Selbstmanagement im Alltag fördern soll. „Deutschland besteht jedoch aus einem Flickenteppich an Maß­nahmen und Regelungen, die diese Familien unterstützen – insbesondere in ländlichen Regionen gibt es nur wenig Unterstützung“, so Lange.

Auch Erziehende und Lehrkräfte sind laut der DDG mit der Betreuung von zuckerkranken Kindern häufig überfordert. Mittlerweile stünden für das Personal in Kita und Schulen zwar gut strukturierte Schulungsprogramme zur Verfügung, es fehle aber an einer bundes­einheitlichen Regelung zur Finanzierung dieser Leistung. © hil/aerzteblatt.de

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