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Vermischtes

S1-Leitlinie zur SARS-CoV-2-­Teststrategie für Mitarbeitende im Gesundheitswesen veröffentlicht

Donnerstag, 10. September 2020

/picture alliance, Markus Scholz

Berlin – Eine S1-Leitlinie über eine nationale SARS-CoV-2-Teststrategie für Mitarbeitende im Gesundheitswesen haben 17 medizinische Fachgesellschaften unter Federführung der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) veröffentlicht.

Die wichtigste Forderung ist laut Uwe Janssens, Erstautor der Leitlinie sowie Präsident der DIVI, nicht nach dem „Gießkannenprinzip“, sondern gezielt nach Relevanz zu testen. Alles andere koste Zeit, Geld und wertvolle Ressourcen – so der Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Internistische Intensivmedizin am St.-Antonius-Hospital in Eschweiler.

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Die DIVI sowie alle beteiligten Fachgesellschaften richten zudem den dringenden Appell an Politiker im gesamten Bundesgebiet, sich mit dem vorgelegten Konzept auseinander­zusetzen. Denn: Mitarbeiterschutz heiße immer auch Patientenschutz.

Die Zahl der COVID-19-Fälle sei unter den Tätigen in Einrichtungen wie Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen sehr hoch. Rund 26.000 Beschäftigte im Gesundheitswesen hätten sich in Deutschland bereits mit SARS-CoV-2 infiziert.

Die Zeit sei reif, die nationale Teststrategie zu spezifizieren und über Priorisierungen nachzu­­­­­­­­­­­denken, erklärt Janssens. Dabei solle laut Leitlinie der Grad des Infektionsri­si­­kos, die Art der Risikotätigkeit, der Signalwert des lokalen SARS-CoV-2 Wertes sowie das lokale Ausbruchsgeschehen beachtet werden.

„Aktuell liegen die wöchentlichen Testkapazitäten der Labore für Coronatests (RT-PCR) bei ca. 1,4 Millionen Untersuchungen. Wir beschäftigen aber in Deutschland alleine etwa fünf Millionen Mitarbeiter im Gesundheitswesen“, so Janssens. Eine Übertestung sollte deshalb unbedingt vermieden werden.

Die Kosten für die Teststrategie müssten einheitlich geregelt werden und dürften nicht zu Lasten der Mitarbeitenden oder den jeweiligen Einrichtungen und Praxen gehen.

Die 17 Fachgesellschaften sprechen sich zudem einstimmig für die begleitende wissen­schaftliche Evaluation der Nutzen-Schaden-Bilanz der eingesetzten Teststrategien unter den spezifischen Bedingungen des deutschen Gesundheitssystems aus.

„Das betrifft insbesondere die Grenzwerte als Auslöser für Testungen. Gerade bei einer niedrigen Prävalenz von SARS-CoV-2 in einer Region ist die Gefahr falsch-positiver Testungen bei Reihentestungen besonders hoch“, erläuterte Janssens.

Die hierdurch wieder neu gewonnenen Erkenntnisse könnten wiederum eine rasche Änderung der vorgelegten Leitlinie mit ihren Empfehlungen bedingen. © EB/aha/aerzteblatt.de

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
Avatar #826358
HJS1958
am Freitag, 11. September 2020, 09:22

Links bitte aktualisiert halten

Leider führt der angebene Link zur S1 Leitlinie ins Leere. Solle wegen der Wichtigkeit überarbeitet werden.
Avatar #830245
Hortensie
am Freitag, 11. September 2020, 02:27

Zum Schutz der Risikopatienten muss med. Personal laufend getestet werden!

Den Risikopatienten hat man zu Beginn der Pandemie geraten, jegliche Kontakte zu meiden.
Gleichzeitig ist bekannt, dass med. Personal besonders oft mit dem Virus infiziert ist, so dass es fahrlässig wäre, wenn ein Risikopatient sich in eine Arztpraxis oder in eine Klinik begibt.
Irgendwann müssen diese Menschen auch wieder ohne erhöhtes Risiko zu ärztlichen Untersuchungen gehen können. Wann soll das denn sein, wenn das med. Personal nicht mal fortlaufend (z. B. 1 bis 2 Mal pro Woche) getestet wird? Denn häufiges Testen minimiert das Risiko ganz erheblich.


Bei vielen med. Untersuchungen ist Abstand halten und/oder Maske tragen nicht möglich . z. B. beim Zahnarzt, z. B. bei Magenspiegelungen, z. B. beim HNO-Arzt, beim Lungenarzt. Daher ist der obligatorische Verweis auf das Tragen von Masken oder das Abstandhalten wenig hilfreich.
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