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Medizin

COVID-19: Einfacher Score kann schwere Verläufe vorhersagen

Donnerstag, 10. September 2020

/sudok1, stock.adobe.com

Liverpool – Ein Risikoscore aus 8 einfachen Kennzahlen, die bei der Aufnahme in der Klinik leicht zu ermitteln sind, hat in einer Kohortenstudie im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2020; DOI: 10.1136/bmj.m3339) die Mortalität einer COVID-19 gut vorhergesagt.

Infektionen mit dem SARS-CoV-2 werden von vielen gesunden jüngeren Menschen gar nicht bemerkt, während sie bei älteren Menschen mit Vorerkrankungen häufig tödlich enden. Ein Risiko-Score, den ein Team um Calum Semple von der Universität Liverpool entwickelt hat, könnte Ärzten im Krankenhaus helfen, sich besser auf die bevorstehenden Komplikationen vorzubereiten.

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Der 4C-Score des „Coronavirus Clinical Characterisation Consortium“ basiert auf den Erfahrungen von 35.463 Patienten, die vor dem 20. Mai an 260 Kliniken in Großbritannien wegen COVID-19 behandelt wurden.

Die 8 Variablen sind Alter (bis zu 7 Punkte), männliches Geschlecht (1 Punkt), Begleit­erkrankungen (bis zu 2 Punkte), Atemfrequenz (bis zu 2 Punkte), periphere Sauerstoff­sättigung (bis zu 2 Punkte), Glasgow-Koma-Skala (bis zu 2 Punkte), Harnstoff (bis zu 3 Punkte) und C-reaktives Protein (bis zu 2 Punkte). Der maximale Wert des 4C-Score beträgt 21 Punkte.

Der 4C-Score wurde an 22.361 weiteren Patienten validiert. Dort starben 1,2 Prozent der Patienten, für die ein niedriger Score von 0-3 Punkten ermittelt wurde. Bei einem mittleren Score von 4 bis 8 Punkten stieg die Mortalität auf 9,9 Prozent. Ein hoher Score von 9 bis 14 Punkten ging mit einer Sterblichkeit von 31,4 Prozent einher. Bei einem sehr hohen Score überlebten 61,5 Prozent die Erkrankung nicht.

Patienten mit einem niedrigen Score könnten nach Einschätzung von Semple nach Hause entlassen und vom Hausarzt weiter betreut werden. Bei einem mittleren Score sei vermutlich eine Behandlung auf einer Normalstation ausreichend. Ab einem 4C-Score von 9 Punkten sollte jedoch eine aggressive Behandlung einschließlich der Gabe von Steroiden erwogen werden und die Patienten auf eine Intensivstation verlegt werden. © rme/aerzteblatt.de

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BenLang
am Donnerstag, 10. September 2020, 22:52

Blutgruppe als weiteren Risikofaktor aufnehmen?

Es wurde in der Vergangenheit auch der Risikofaktor Blutgruppe analysiert (Blutgruppe A mit ca. 50 Prozent höherer Mortalität als der Durchschnitt, Blutgruppe 0 mit ca. 50 Prozent geringerer Mortalität als der Durchschnitt). Wieso wird die Blutgruppe hier nicht berücksichtigt? Wäre das ggf. sinnvoll?
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