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Neues digitales Qualitätsmanagement für Multiple-Sklerose-­Patienten wird in Sachsen erprobt

Freitag, 11. September 2020

/everythingpossible, stock.adobe.com

Dresden – Ein neues Qualitätsmanagementsystem, das konsequent auf digitale Lösungen setzt und die Patientenperspektive gleichberechtigt einbezieht, erproben verschiedene Partner jetzt in Sachsen. An dem Projekt namens „Pfadgestütztes Qualitätsmanagement in der MS-Versorgung“ (QPATH4MS) beteiligen sich neben dem Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden und der Technischen Universität Dresden (TU) auch Industrie­partner.

Das Vorhaben wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung und des Freistaates Sachsen in Höhe von 1,7 Millionen Euro gefördert.

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„Es ist mir ein Anliegen, die medizinische Versorgung im Freistaat Sachsen zukunftssicher zu gestalten und qualitativ zu verbessern. Die Einbindung eines mehrdimensionalen Qualitätsmanagements in der MS-Versorgung ist einzigartig. Der Einsatz von Telemedizin ermöglicht diese hochwertige Therapie auch bei steigenden Patientenzahlen und unab­hängig vom Wohnort“, erklärte Petra Köpping (SPD), Sächsische Staatsministerin für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Knotenpunkt für QPATH4MS ist das Multiple Sklerose Zentrum an der Klinik für Neurologie des Dresdner Uniklinikums mit monatlich rund 1.000 Patienten.

„Das althergebrachte Rollenverständnis des Patienten, der Therapien und die ärztlichen Entscheidungen passiv hinnimmt, gehört zunehmend der Vergangenheit an. Vielen sind die Vorteile bewusst, sich aktiv in den Behandlungsprozess einzubringen. Doch dafür bedarf es großer Transparenz auf allen Seiten“, sagte Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Dresden.

Damit der Behandlungsverlauf für den Patienten nachvollziehbar ist, wird dieser im Projekt QPATH4MS elektronisch abgelegt, strukturiert und für Arzt als auch für Patient visualisiert. Zur Auswertung des Behandlungserfolgs und der Qualität der Versorgung werden zudem Qualitätsindikatoren integriert.

Durch das mit QPATH4MS neu entwickelte pfadbasierte Behandlungsmanagement sollen Patienten und Angehörige künftig noch zielgerichteter Leistungen des Gesundheits­wesens in Anspruch nehmen, deren Qualität für Ihre individuelle Erkrankungssituation besser einschätzen und somit auch selbst managen.

„Patienten und Angehörige erhalten dadurch mehr Klarheit über die Erkrankung und den notwendigen Behandlungs- und Versorgungsprozess. Unnötige stationäre Aufenthalte wie auch Mehrfachbehandlungen und -untersuchungen lassen sich vermeiden. Dadurch wird letztlich das Gesundheitswesen entlastet und es werden deutliche Kosteneinsparungen erzielt“, sagte Heinz Reichmann, Direktor der Klinik für Neurologie und Dekan der Medizinischen Fakultät. © hil/aerzteblatt.de

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