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Ärzteschaft

Pandemiebekämpfung kostet Ärzte 25 Stunden pro Woche

Freitag, 11. September 2020

/smolaw11, stock.adobe.com

Berlin – Seit Ausbruch des Coronavirus haben niedergelassene Ärzte deutlich mehr Zeit in bürokratische Aufgaben als in die Behandlung von COVID-19-Patienten investiert.

Das geht aus einer aktuellen Online-Umfrage des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) und der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Berlin unter Berliner Arzt­praxen zum Zeitaufwand für das COVID-19-Pandemiemanagement. Demnach gingen insgesamt im Schnitt 25 Stunden ärztliche Arbeitszeit pro Woche für Pandemiebekämp­fung drauf.

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„Arztpraxen, die sich an der Versorgung von COVID-19-Patienten beteiligen, haben damit alle Hände voll zu tun“, sagte Zi- Vorstandsvorsitzender Dominik von Stillfried. Die Erhebung mache einmal mehr deutlich, wie wichtig der ambulante Schutzwall der niedergelassenen Ärzte für die Kliniken sei. „Denn mittlerweile werden 19 von 20 positiv getesteten COVID-19-Patienten in Deutschland ambulant versorgt“, so Stillfried.

Der weitaus größte Zeitaufwand entsteht in den Praxen laut Umfrage allerdings durch die Beratung und Testung besorgter Bürger. So entfielen 7,85 Stunden allein auf die Beant­wortung telefonischer Anfragen zu COVID-19 und entsprechende Testungen sowie 10,2 Stunden auf Tests und Dateneingaben.

Bei den positiv getesteten Patienten brauchten die Praxen durchschnittlich 2,85 Stunden pro Woche für die Kommunikation mit Gesundheitsämtern, zur Patientenberatung und zum Monitoring. Bürokratische Aufgaben wie Dateneingaben und Abrechnungen nahmen rund 10 Stunden in der Woche in Anspruch.

„Es ist nicht gut, dass die Praxen fünfmal mehr Zeit für Bürokratie aufwenden müssen als für die Behandlung der bestätigten COVID-19-Fälle“, sagte Margret Stennes, Vorstands­vorsitzende der KV Berlin.

Mit Blick auf die Infektsaison im Herbst müssten die Praxen hier dringend entlastet werden. Auch eine Verbesserung der Vergütung für die Testungen unterstütze das Pandemiemanagement. „Die anstehende Überarbeitung der Testverordnung durch das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium bietet hierzu eine gute Gelegenheit“, so Stennes. © hil/aerzteblatt.de

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