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Politik

Tausende bei Coronaprotesten in mehreren Städten – wenige Festnahmen

Montag, 14. September 2020

Zur der Coronademonstration sind am Samstag in München doppelt so viele Teilnehmer gekommen wie von den Veranstaltern angekündigt. /picture alliance, Karl-Josef Hildenbrand

München/Hannover/Wiesbaden – In mehreren deutschen Städten haben am Wochenende wieder tausende Menschen weitgehend friedlich gegen die staatlichen Coronamaßnahmen demons­triert. Allein in München nahmen nach Schätzungen der Polizei vorgestern etwa 10.000 Menschen an einer Kundgebung teil – doppelt so viele wie von den Veranstaltern der Initiative „Querdenken 089“ angemeldet.

Es gab mehrere Festnahmen und mehr als 100 Anzeigen. In Hannover und Wiesbaden gingen ebenfalls Hunderte auf die Straße, um Eingriffe in Grundrechte und staatliche Willkür zu beklagen.

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In München hatten zuvor bereits an einem Demonstrationszug durch die Innenstadt deutlich mehr Menschen teilgenommen als erlaubt: bis zu 3.000 statt 500. Offensichtlich rechtsextreme Teilnehmer seien nicht dabei gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Auch Reichskriegsflaggen seien keine gesichtet worden.

Weil die Teilnehmerzahl so deutlich überschritten wurde und viele die Maskenpflicht ignorierten, wurde der Zug von der Polizei gestoppt.

Die Veranstalter baten die Teilnehmer dann, sich zur Hauptkundgebung auf der There­sien­wiese zu versammeln. Auf der dortigen Bühne forderten Redner Liebe, Freiheit und die Aufhebung der Immunität von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU). Zudem müsse Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) vom Verfassungsschutz beobachtet werden. Auch der ehemalige Fernsehpfarrer Jürgen Fliege trat als Redner auf.

Mehrere Menschen wurden festgenommen. „Die Zahl der Festnahmen lag im unteren zweistelligen Bereich“, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums gestern. Ob es sich um Teilnehmer der Kundgebungen oder Gegendemonstranten handelte, blieb offen. Dazu nahmen Beamte mehr als 120 Anzeigen auf.

In rund 100 Fällen sei es um Verstöße gegen die Coronamaßnahmen wie Abstandsregeln gegangen. Zudem gab es mehr als 20 Anzeigen wegen Widerstands gegen Vollstrec­kungs­beamte, Beleidigung, Körperverletzung und Verstößen gegen das Versammlungs­gesetz.

In Hannover protestierten vorgestern nach Angaben der Polizei etwa 1.100 Menschen gegen die Coronamaßnahmen, darunter auch Mütter einer Initiative „Eltern stehen auf“. Kinder seien die Leidtragenden der Einschränkungen, sagte eine Teilnehmerin. Eine andere Rednerin sprach von einer „Fake-Pandemie“. Der „Walk to freedom“ („Gang zur
Freiheit“) war von einer privaten Initiative angemeldet. An Gegenkundgebungen nahmen insgesamt etwa 800 Menschen teil.

Vor dem Landtag hatten sich vorsorglich Polizisten postiert, um zu verhindern, dass Demonstrationsteilnehmer in das Gebäude gelangen. Bei einer Demonstration in Berlin Ende August hatten 300 bis 400 Demonstranten Absperrgitter am Reichstagsgebäude überrannt und sich vor dem Besuchereingang aufgebaut.

Nach Polizeiangaben blieb es aber in Hannover weitgehend friedlich. In Wiesbaden kamen zu einer Protestaktion deutlich weniger Teilnehmer als erlaubt. Die Polizei sprach von etwa 150 Menschen. Angemeldet waren bis zu 3000. © dpa/aerzteblatt.de

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