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Charité: Weniger schwere Coronaerkrankungen in Berlin

Montag, 14. September 2020

/picture alliance, Kay Nietfeld

Berlin – Trotz der steigenden Zahl von Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist die Zahl der Intensivpatienten in der Berliner Charité überschaubar. „Wir haben aktuell zehn Patienten in unseren Intensivstationen“, sagte der Vorstandschef von Deutschlands größter Uniklinik, Heyo Kroemer, der Berliner Morgenpost gestern.

„Diese zehn Patienten sind aber alle schon seit der ersten Infektionswelle bei uns. Wir sehen bisher keine neuen Intensivfälle“, erläuterte Kroemer.

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Die gängigste Erklärung sei, dass die Neuinfizierten im Durchschnitt jünger seien als in der ersten Welle. „Ein weiteres Argument könnte sein, dass es inzwischen mehr Erfahrungen gibt, wie Coronapatienten zu behandeln sind“, sagte Kroemer.

„Die älteren Menschen sind offenbar durch konsequentes Maskentragen und Kontaktver­mei­dung besser geschützt als im Frühjahr. Aber voll inhaltlich verstanden ist das nicht.“

Trotz dieser Entwicklung ist Kroemer skeptisch, ob das für weitere Lockerungen der Coronaauflagen spreche. „Diese Abwägung ist wirklich schwer zu treffen“, sagte er.

„Wenn wir uns hinsichtlich der Infektionszahlen anderer Länder wie etwa die USA anschau­en, wie viele Menschen dort in den Krankenhäusern liegen und sterben, dann kann man zu der Überzeugung kommen, dass der Mittelweg, den wir in Deutschland gehen, nicht unvernünftig ist.“ © dpa/aerzteblatt.de

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Avatar #759489
MITDENKER
am Samstag, 19. September 2020, 14:57

Guter Artikel...

...der endlich einmal nicht nur auf die positiven Tests abzielt, sondern einige Hintergründe ausleuchtet. Dass die positive Getesteten nicht alle krank sind, brauche ich hier im Fachblatt wohl nicht zu erläutern.
Und Hortensie führt natürlich alles auf die Masken zurück und angebliches Zuhause-Bleiben. Warum sind dann in Ländern mit heftigen Massnahmen (Peru, Spanien, Frankreich, Belgien etc.) die Zahlen/Todesraten noch viel schlechter wie hier? Die müßten ja besser sein - nach Hortensies Logik
Klar, Virusbestandteile misst der PCR-Test ja relativ zuverlässig, was jedoch wenig bis nichts über den Krankheitswert aussagt. Ich bin auch Risikogruppe und gehe munter aus und natürlich ist mir nichts passiert. Bei einer Letalitätsrate von Covid-19 bei ca. 0,2% (der Infizierten, sonst noch deutlich weniger, siehe aktuelle Meta-Studie von Prof. Ioannidis) ist es auch wahrscheinlicher, dass einen ein Auto überfährt. Dagegen würde zuhause-bleiben natürlich helfen. Und was ist mit den Schweden? Da ging es locker statt lockdownmässig zu und die haben jetzt die wenigsten Infektionszahlen und seit Wochen schon keinen einzigen Toten mehr. Warum wohl?

Zu den steigenden Fallzahlen hier ein guter Artikel (wie so viele auf dieser interessanten Seite/Blog):
https://tkp.at/2020/07/31/nicht-infektioes-aber-pcr-test-positiv-steigende-fallzahlen-zweifelhaft/
Avatar #830245
Hortensie
am Dienstag, 15. September 2020, 19:25

Wenn die Menschen der Risikogruppe zu Hause ausharren, gibt es weniger schwere Infektionen

Den Menschen der Risikogruppen wurde empfohlen, dass sie bis zur Impfung gegen das Virus zu Hause bleiben sollten und keine sozialen oder sonstige Kontakte haben sollten.
Rd. 30 Mio Menschen gehören in Deutschland zur Risikogruppe. Da diese weitestgehend zu Hause sind, kann sich dieser Personenkreis kaum anstecken. Würden sich diese Menschen nämlich anstecken, hätten wir viel mehr schwerere Verläufe und sicher auch sehr viele Todesfälle.
Mir scheint, dass man die Risikopatienten in der Diskussion um die Ursachen der milden Infektionsverläufe aus den Augen verloren hat.
Avatar #730521
Orbitdirekt
am Dienstag, 15. September 2020, 05:58

Rätzelraten

Wenn ich das richtig gesehen habe gibt es derzeit fast die Hälfte an Fällen positiver Testergebnisse in Berlin im Vergleich zum März/April. Dass es aber keine zusätzlichen intensivstationären Pat. gibt, kann man doch nur auf zweierlei Weise erklären. Entweder hat sich der Erreger abgeschwächt, oder es handelt sich eben doch um im Wesentlichen falsch positive Testergebnisse. Gäbe es Statistiken über die Zahlen tatsächlich Erkrankter wüßte man es.
LNS

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