NewsVermischtesErste Hilfe bei Herzstillständen trotz Corona nicht vernachlässigen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Erste Hilfe bei Herzstillständen trotz Corona nicht vernachlässigen

Montag, 14. September 2020

/Africa Studio, stock.adobe.com

Nürnberg/ Filderstadt – Der Berufsverband Deutscher Anästhesisten (BDA) und die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) rufen die Bevöl­kerung dazu auf, die Herzdruckmassage zu lernen und zu üben.

„Das Infektionsrisiko bei reiner Herzdruckmassage und einem masketragenden Helfer ist nicht höher als sonst auch“, sagte der BDA-Präsident Götz Geldner, anlässlich der heute beginnenden „Woche der Wiederbelebung“ vom 14. bis zum 21. September.

Anzeige

Laut den Fachverbänden bricht in Deutschland bis zu 150-mal pro Tag ein Mensch auf der Straße oder zu Hause zusammen und muss wiederbelebt werden. Die Quote liegt bei 50 bis 80 Reanimationen pro 100.000 Einwohner pro Jahr. Aber nur bei rund 40 Prozent der Herzstillstände in Deutschland führen Ersthelfer die lebensrettenden Handgriffe aus. In den Niederlanden und in skandinavischen Ländern liegt diese Quote laut den Verbän­den bei mehr als 60 Prozent.

Die häufigsten Ursachen für einen Herz-Kreislauf-Stillstand sind Herzerkrankungen. Andere Gründe sind Atemstörungen, Ersticken, Ertrinken oder schwere Verletzungen.

Medizinische Laien müssen sich für die Notfallversorgung laut BDA und DGAI nur die drei Stichworte „prüfen, rufen, drücken“ merken: Beobachtet jemand einen Menschen, der in sich zusammensackt, soll er „prüfen“, ob der Betroffene auf Ansprache reagiert. Ist dies nicht der Fall, erfolgt der Notruf über die Nummer 112. Danach solle sich der Ersthelfer seitlich neben den Patienten knien, die Hände verschränkt auf dem Brustkorb aufsetzen und das Brustbein einhundertmal pro Minute fünf bis sechs Zentimeter zum Boden drücken. Auf diese Weise werde ein künstlicher Kreislauf erzeugt.

An der Woche der Wiederbelebung beteiligt sich auch die DRF-Luftrettung. „Unsere Besatzungen sind mit bis zu 250 Kilometern pro Stunde unterwegs, überfliegen Staus problemlos und erreichten Einsatzorte in einem Radius von 60 Kilometern in maximal 15 Flugminuten.

Da bei einem Kreislaufstillstand jedoch bereits nach drei Minuten unumkehrbare Hirn­schäden und nach fünf Minuten sogar bereits der Tod eintreten könnten, muss unver­züglich reanimiert werden. Das heißt: Wir brauchen Sie als Lebensretter“, appellierte Krystian Pracz, Vorstandsvorsitzender der DRF Luftrettung, an die Bevölkerung.

Jeder muss im Rahmen der Zumutbarkeit und ohne erhebliche eigene Gefährdung Erste Hilfe leisten. Darauf weist die Barmer in Schleswig-Holstein hin. „Um sich selbst nicht zu gefährden, sollte ein Ersthelfer eine Person mit Verdacht auf Herz-Kreislaufstillstand nur noch laut ansprechen, anstatt sich dicht über diese zu beugen.

Um die Atmung zu überprüfen, muss ein Helfer nicht länger sein Ohr an Mund und Nase des Patienten halten. Vielmehr soll er im Stehen prüfen, ob sich der Brustkorb des Patienten atemsynchron bewegt. Außerdem sollte über den Notruf 112 professionelle Hilfe angefordert werden“, erklärte der Landesgeschäftsführer der Krankenkasse, Bernd Hillebrandt. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

18. September 2020
Perth – Die Behandlung mit dem früheren Gichtmittel Colchicin, das in niedriger Dosierung eine antientzündliche Wirkung erzielt, hat erneut in einer randomisierten klinischen Studie bei Patienten nach
Sekundärprävention: Colchicin könnte Herzinfarktpatienten vor weiteren Erkrankungen schützen
16. September 2020
Berlin – Reanimationstrainings sollten an Schulen verpflichtend sein. Das fordert die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd) anlässlich der Woche der Wiederbelebung, die noch
Medizinstudierende für verpflichtenden Reanimationsunterricht an Schulen
10. September 2020
Berlin – Die Ärztekammer Berlin (LÄK) hat zusammen mit dem Berlin-Brandenburger Herzinfarktregister (B2HIR) Rettungskräfte in Berlin und Brandenburg in einem speziellen E-Learning-Kurs „STEMI einfach
Online-Schulung für Rettungskräfte zum Thema Herzinfarkt
11. August 2020
Newcastle upon Tyne – Eine subklinische Hypothyreose, bei der eine normale Hormonproduktion in der Schilddrüse nur durch eine verstärkte Thyreotropin-Stimulation aufrecht erhalten wird, hat sich in
Herzinfarkt: L-Thyroxin kann Erholung der Herzfunktion in Studie nicht verbessern
1. Juli 2020
Berlin – Zum Nutzen der CT-Angiografie (CTA) und des Stress-MRT in der Diagnostik von Koronaren Herzkrankheiten (KHK) gibt es „aussagekräftige Evidenz“. Das ist das Ergebnis einer systematischen
IQWiG hält Nutzenbewertung für nichtinvasive KHK-Diagnostik für sinnvoll
28. Mai 2020
Nürnberg – Bei einem außerklinischen Herz-Kreislauf-Stillstand greifen immer häufiger Ersthelfer ein und leisten erste Hilfe. Das berichten die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und
Quote der Wiederbelebungsmaßnahmen durch Ersthelfer gestiegen
27. April 2020
Köln – Die kardiopulmonale Reanimation erfordert körperliche Nähe zwischen Patient und Ersthelfer. Doch wie ist eine angemessene Handlungsweise in Zeiten der COVID-19-Pademie möglich, damit der akute
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER