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Ärzteschaft

Wirtschaftlicher Druck auf medizinische Entscheidungen ist gestiegen

Montag, 14. September 2020

/PhotographyByMK, stock.adobe.com

Düsseldorf – 60 Prozent der leitenden Krankenhausärzte erleben trotz der finanziellen Hilfsmaßnahmen der Bundesregierung für die Krankenhäuser während der Corona­pandemie derzeit einen erhöhten wirtschaftlichen Druck auf ihre medizinischen Entscheidungen.

Das geht aus einer Umfrage des Verbands der leitenden Krankenhausärzte Deutschlands (VLK) unter seinen Mitgliedern hervor, an der sich 663 leitende Krankenhausärzte in der Zeit vom 18. August bis zum 8. September beteiligt haben. Seit März erhalten die Krankenhäuser zum Beispiele eine Pauschale für jedes freigehaltene Bett.

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Zudem bewerteten 57 Prozent der leitenden Krankenhausärzte die aktuelle finanzielle Situation ihrer Klinik trotz der Maßnahmen der Bundesregierung als kritisch. 37 Prozent bewerten die finanzielle Situation als ausgeglichen und nur sechs Prozent als gut. 59 Prozent der teilnehmenden Ärzte erklärten darüber hinaus, dass die Freihaltepauschalen für ihre Klinik nicht ausreichend gewesen sei.

Um die Krankenhäuser zu entlasten, hatte die Bundesregierung für die Zeit der Corona­pandemie die Pflegepersonaluntergrenzen ausgesetzt sowie Prüfungen durch den Medizi­nischen Dienst der Kran­ken­ver­siche­rung (MDK) reduziert. 46 Prozent der Klinikärzte erklärten, diese Maßnahmen hätten zu einer nennenswerten Entlastung geführt, 54 Prozent verneinten dies.

78 Prozent der befragten Ärzte gaben an, dass in ihrem Krankenhaus COVID-19-Patienten behandelt worden seien. 86 dieser Ärzte erklärten, dass diese Patienten auf einer Intensivstation behandelt worden seien; bei 14 Prozent war dies nicht der Fall.

52 Prozent der leitenden Krankenhausärzte erklärten zudem, dass sich Mitarbeiter ihrer Klinik während der Pandemie mit SARS-CoV-2 infiziert hatten. Eine große Mehrheit von 88 Prozent ist der Ansicht, die Vorgaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) zu Hygiene­maßnahmen seien ausreichend; nur zwölf Prozent finden dies nicht.

Bei 84 Prozent der befragten Ärzte gibt es keine relevanten Mängel bei der Versorgung mit Schutzausrüstung mehr. Bei 16 Prozent ist dies noch der Fall. 34 Prozent der leiten­den Krankenhausärzte erklärten, dass der Regelbetrieb in ihrer Klinik vollständig wieder aufgenommen worden sei. 47 Prozent erklärten, der Regelbetrieb habe „weitestgehend begonnen“, 18 Prozent sagten, er habe wieder begonnen.

43 Prozent der teilnehmenden Krankenhausärzte arbeiten in einem Krankenhaus mit mehr als 500 Betten, 38 Prozent arbeiten in einem Krankenhaus, das zwischen 200 und 500 Betten verfügt, und 19 Prozent arbeiten in einem Haus mit weniger als 200 Betten. © fos/aerzteblatt.de

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