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Ärzteschaft

Ärztekammer Hamburg will gegen falsche Maskenatteste vorgehen

Dienstag, 15. September 2020

/picture alliance, Christian Charisius

Hamburg – Die Hamburger Ärztekammer will falschen Attesten zur Befreiung von der Maskenpflicht nachgehen. „Uns ist inzwischen (...) eine Reihe von Attesten zugesandt worden, die stereotype Begründungen für die Befreiung aufweisen“, sagte der Präsident der Hamburger Ärztekammer, Pedram Emami.

Der Verdacht liege nahe, dass es in Anbetracht der ähnlichen Befunde keine Unter­suchung gegeben habe. Diese Atteste würden berufsrechtlich aufgearbeitet und gegebe­nenfalls sanktioniert, so die Kammer. Die Art der Sanktion hänge stark vom Einzelfall ab.

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Von der Maskenpflicht befreien lassen kann sich, wem das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung wegen gesundheitlicher oder psychischer Einschränkungen nicht zuzumuten oder nicht möglich ist. Nach Informationen der Ärztekammer kann es sich dabei beispielsweise um Asthma oder andere schwere Lungen- aber auch Herzerkrankungen handeln.

Auf die Mehrheit der Menschen würden medizinische Gründe nicht zutreffen, betont Emami und mahnte: „Je mehr Menschen das Tragen verweigern, desto eher steigt das Risiko, auf engem Raum das Virus weiterzugeben – wie bei der Fahrt in Bus und Bahn.“

Bei der Hamburger Hochbahn hieß es auf dpa-Anfrage, das Tragen der Mund-Nase-Bedeckung an Haltestellen, Bussen und Bahnen werde genau kontrolliert. „Wer von der Maskenpflicht befreit ist, muss dies dem Prüfdienst glaubhaft machen können“, sagte Hochbahn-Sprecherin Constanze Dinse. Die Atteste müssten im Original vorgelegt werden. Kopien, eigene Ausdrucke oder Fotos auf dem Smartphone seien nicht akzeptabel.

In der Hansestadt droht Maskenverweigerern im öffentlichen Raum ein Bußgeld von 80 Euro. Dies gilt laut Senat sowohl für Menschen, die keine Maske tragen als auch für jene, die den Mund-Nase-Schutz nicht ordnungsgemäß angelegt haben. © dpa/aerzteblatt.de

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Avatar #79783
Practicus
am Samstag, 19. September 2020, 01:35

q Plink und andere

Sie können ja am Sinn von Masken zweifeln und sich und andere einem höheren Risiko aussetzen - aber welche schädlichen Wirkungen sollen denn die Alltagsmasken haben? Vor allem nachweisliche!? Wo sind da denn die Studien, die Sie ja auf der anderen Seite fordern?
Avatar #789658
2haeschen
am Mittwoch, 16. September 2020, 22:15

Richtig PLINK

Man droht öffentlich und unverblümt Ärzte genau zu beobachten, die an Anti-Corona-Demonstrationen teilnehmen (wollen/werden) ...
Man unterstellt pauschal, es werden Atteste ausgestellt für Patienten, die man nicht kennt ...
Im gleichen Atemzug meint man mittlerweile auch, man wisse wer wie wählt ...
Frau Merkel lobt die mutigen Demonstranten in einem anderen Land und zeitleich werden Demonstrationen unter dem Corona-Deckmäntelchen vor Ort aufgelöst und fieberhaft wird nach Lösungen gesucht, weitere geplante Demonstrationen so klein wie möglich gehalten werden können.
Bisher kannte man solche direkten Drohungen "nur" gegen Ärzte / Apotheker mit einer eigenen Ansicht zum Thema Impfungen.
Avatar #825141
plink
am Mittwoch, 16. September 2020, 21:32

...an Wilhelm und Mario Vogel

...ich gehe dafür in Berlin und Konstanz auf die Strasse, dass Sie Ihre Maske jederzeit und ohne dafür beschimpft zu werden tragen dürfen - Ich selbst möchte diese Maske nicht tragen und glaube jede Menge Argumente hierfür zu haben.
Verehrter Kollege Vogel: schlimm wäre es, wenn der Ärztekammerpräsident in aller Öffentlichkeit seine Kollegen der Falschausstellung von Attesten beschuldigen dürfte, ohne dafür scharf kritisiert zu werden! Wenn er meint Grund zu haben, solche Atteste zu kontrollieren - dann mag er das tun; dies in der Regionalpresse lauthals zu verkünden zeugt von seiner Gesinnung! Ich bin seit mehr als 35 Jahren als Arzt für Innere Medizin/Nephrologie tätig - so etwas habe ich bisher noch nicht erlebt. Und wenn eines Tages ein solcher Beeinflussungsversuch von übergeordneter Stelle widerspruchslos hingenommen wird, ist es Zeit das Land zu verlassen!
Avatar #760158
wilhem
am Mittwoch, 16. September 2020, 20:06

@plink

ich finde die Masken machen auch Sinn, wenn ich morgens in der überfüllten s- oder u- Bahn sitze und die Leute vor sich hin schniefen, aber da sind Sie wohl anderer Meinung, entweder schwarz oder weiß gibt bei Ihnen....
Avatar #585674
Mario Vogel
am Mittwoch, 16. September 2020, 19:53

schlimm...

...ist der Ton in dieser Diskussion und die absurde Politisierung. Das hätte ich bei Ärzteblatt-Diskussionen nicht erwartet... Eine Überprüfung ist eine Überprüfung, erst mal nicht mehr und nicht weniger. Das ist legitim. Denn auch wider Erwarten gibt es objektiv unzutreffende Atteste und ist bekanntlich rechtswidrig. Nicht mehr, nicht weniger.
Avatar #825141
plink
am Mittwoch, 16. September 2020, 19:06

...logikfreier Raum

...schlimm ist das Tragen von Masken nicht - ich trage täglich Masken im OP oder in der Intensivstation/Dialyse. Dort macht es erkennbar Sinn!
Mitten im Hochsommer bei einer Test- Positivrate in Höhe der Rate falsch positiver Ergebnisse möglichst im Freien (z.B. Auf Demos) mit Masken herumzulaufen ist einfach nur sinnfrei. Schlimm ist die vollständige Abwesenheit logischer Gesetzmäßigkeiten - schlimm ist der Gessler Hut - schlimm ist die Unverfrorenheit eines Ärztekammerpräsidenten fehlerhafte Atteste zu unterstellen - gleichzeitig aber zur telefonischen ARbeitsunfähigkeitsbescheinigung aufzurufen. Schlimm ist die Tatsache, dass in diesem Land Fr. Dr. A. MERKEL zusammen mit einem Virologen, der bereits bei der Schweinegrippe vollständig versagt hat entscheidet, wann die Pandemie endet!
Avatar #760158
wilhem
am Mittwoch, 16. September 2020, 17:39

Andere Meinung

Was ist so schlimm, eine Maske zu tragen, wenn eine Chance besteht, andere zu schützen, dass hat bereits vor Jahren für die Influenza untersucht.

https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0002618

https://www.cambridge.org/core/journals/disaster-medicine-and-public-health-preparedness/article/testing-the-efficacy-of-homemade-masks-would-they-protect-in-an-influenza-pandemic/0921A05A69A9419C862FA2F35F819D55

https://archive.vn/tld8j



Avatar #825141
plink
am Mittwoch, 16. September 2020, 17:25

...zur Wirksamkeit der Masken in Leipzig

Verehrter Wilhelm, Sie führen in Ihrem Hinweis die einzige für Deutschland geltende Maskenstudie in Leipzig von Hr. Wälde aus Mainz an. Ich habe Hr. Wälde nach Vorabveröffentlichung angeschrieben und darauf hingewiesen, dass der Gebrauch der absoluten Infektionszahlen des RKI vor und nach Einführung der Maskenpflicht in Leipzig ohne Betrachtung der Anzahl der durchgeführten PCR Tests natürlich völlig unwissenschaftlich ist. Ich habe auch darauf hingewiesen, dass der positive prädikativer Wert Der PCR- Tests seinerzeit bei etwa 30% lag und dass dererlei Studien natürlich die Testpezifität berücksichtigen müssen und die Ergebnisse entsprechend korrigieren müssen. Ich habe ausserdem darauf hingewiesen, dass die Einführung der Maske zu einem Zeitpunkt stattfand, als die Pandemie in Deutschland weitgehend abgeklungen war - wären die Masken wirksam hätte sich nach EInführung der MAskenpflicht ein drastischer Rückgang des Infektionsgeschehens in Deutschland zeigen müssen! Dies ist nicht der Fall - vielmehr wird schon wieder von einer „2. Welle“ geredet. Die Autoren selbst wundern sich in ihrer Veröffentlichung, dass der Effekt der Maskenpflicht viel zu schnell eingetreten sei (und nicht erst nach Ablauf der Inkubationszeit!) und führen dies darauf zurück, dass die Leipziger wohl in vorauseilendem Gehorsam schon vor Einführung der MAskenpflicht Masken getragen haben müssen - welch eine Argumentation!
Den Alarmismus, den Hr. Neil Ferguson vom Imperial College London verbreitet kann niemand mehr ernst nehmen - ich kann mich nicht erinnern, dass er jemals recht behalten hat mit seinen Simulationen - hiernach dürfte Schweden eigentlich gar nicht mehr existieren. Die asiatische Studie kenne ich tatsächlich nicht - werde mich damit befassen - Danke für den Hinweis.
Avatar #760158
wilhem
am Mittwoch, 16. September 2020, 15:49

Masken

https://www.tagesschau.de/inland/corona-masken-schutz-studie-101.html

https://www.pnas.org/content/117/26/14857
Avatar #825141
plink
am Mittwoch, 16. September 2020, 15:45

...nicht allwissend, sondern unfassbar dumm

...ist die Aussage eines Arztes - und sei es der Präsident einer Ärztekammer - eine Alltagsmaske nicht zu tragen erhöhe das Risiko der Bevölkerung an COVID19 zu erkranken. Hierfür gibt es keinerlei Evidenz - wohl aber für die zahlreichen schädlichen Wirkungen einer solchen ALltagsmaske! Diese Panikmache und der Versuch der Gleichschaltung der Ärzte oder die offene Drohung, Ärzte zu bestrafen, die solche Atteste ausstellen erinnert an die schlimmsten Zeiten Deutscher Medizin. Welch unverschämte Feststellung „stereotype Begründungen in Attesten zur Befreiung von der Maskenpflicht“ seien auffällig - ein Attest enthält überhaupt keine Begründung - ebensowenig wie der Teil einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, der dem Arbeitgeber vorzulegen ist! Die Begründung für ein Attest steht im Krankenblatt oder ergibt sich aus den Diagnosen und kann nötigenfalls - unter Einhaltung der Vorschriften zur ärztlichen Schweigepflicht - vorgelegt werden.
In welchen Zeiten und in welchem Land leben wird denn?
Avatar #593520
Eidetik1
am Dienstag, 15. September 2020, 22:05

Evidenz

Lesen Sie doch bitte einmal den Artikel von Frau Knappstein. Positiver Test ist nicht gleich Infektion ist nicht gleich Erkrankung und Erkrankung ist nicht gleich schwere Erkrankung oder gar Tod. Auch Ihnen sollte aufgefallen sein, dass trotz erhöhter Zahlen positiver Tests die Belegung der Intensivstationen nicht gestiegen ist. Die maskenfreie Zeit bis Ende April im Supermarkt und Nahverkehr hat an den fallenden Infektionskurven nichts geändert. Durch die Maskenpflicht sind die Kurven nicht weiter gefallen. Wo ist der Sinn? Wo bitte die Evidenz? Die Maske ist der moderne Gessler-Hut. Sonst nichts.
Avatar #585674
Mario Vogel
am Dienstag, 15. September 2020, 19:53

Evidenz

ich glaube, es gibt keinen wirklichen wissenschaftlichen Dissenz über die Sinnhaftigkeit der AHA-Regeln einschließlich Maskenschutz. Daran ändert auch dieser Artikel nichts. Außerdem ist die Evidenz eklatant... dort, wo die Maskenschutzmaßnahmen nicht ernst genommen werden, steigen die Infektionszahlen.
Avatar #593520
Eidetik1
am Dienstag, 15. September 2020, 13:42

Allwissender Präsident

Woher weiß der Hamburger Ärztekammerpräsident, dass durch Menschen die keine Maske tragen das Risiko steigt, dass das Virus weitergegeben wird? Die Aussage ist apodiktisch und unseriös. Wissenschaftlich belegt ist das nämlich keineswegs. Und die Zeiten der Mutmaßungen und der Allchemie sollten vorbei sein. Verwiesen sei auf den Artikel von Ines Knappstein, Krankenhaushygiene 2020;15:279-297.
LNS

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