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Ärzteschaft

S3-Leitlinie zum Nierenzellkarzinom aktualisiert

Dienstag, 15. September 2020

/MQ-Illustrations, stock.adobe.com

Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) und die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) haben zusammen mit weiteren Fachgesellschaften und Verbänden die S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Nierenzellkarzinoms aktualisiert.

Susanne Krege, Direktorin der Klinik für Urologie an den Evangelischen Kliniken Essen Mitte, und Christian Doehn vom Urologikum Lübeck haben die Arbeit koordiniert.
Die Leitlinie ist im Rahmen des Leitlinienprogramms Onkologie erschienen. Sie wurde im Jahr 2015 erstmals veröffentlicht und 2017 aktualisiert.

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Im Jahr 2016 erkrankten laut dem Robert Koch-Institut (RKI) 14.640 Personen in Deutschland an einem Nierenzellkarzinom. Es steht mit 3,6 Prozent beim Mann an neunter Stelle aller neu diagnostizierten Krebserkrankungen in Deutschland. Bei Frauen ist das Nierenzellkarzinom seltener. Es macht 2,3 Prozent aller Neuerkrankungen aus und liegt damit an elfter Stelle der Krebsneuerkrankungen.

„Für die Erstlinientherapie von fortgeschrittenen und metastasierten Nierenzelltumoren stehen mittlerweile Kombinationstherapien, beispielsweise aus Immun-Checkpoint-Inhibitoren und Tyrosinkinase-Inhibitoren, zur Verfügung“, erläutert Krege. Das Verträg­lich­keitsprofil spiele eine wichtige Rolle bei der Therapieauswahl, betonte sie.

Nach Therapieabschluss ist laut der Leitlinie die Langzeitkontrolle der Patienten wichtig. Immunvermittelte Nebenwirkungen könnten mitunter schwer oder sogar lebensbedroh­lich sein und prinzipiell in allen Organsystemen auftreten. Als Folge entstünden zum Beispiel Darmentzündungen, Autoimmunerkrankungen der Leber oder Störungen der Schild­drüsenfunktion.

„Bei dem Einsatz von Checkpoint-Inhibitoren können auch noch lange nach der Therapie Nebenwirkungen auftreten, die schnellstmöglich behandelt werden sollten. Eine Langzeitkontrolle ist deshalb unumgänglich“, so Doehn.

Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), die Deutsche Krebsgesellschaft und die Deutsche Krebshilfe tragen das Leitlinienprogramm Onkologie gemeinsam. Es umfasst mittlerweile 28 S3-Leitlinien, die zu einem großen Teil auch als laienverständliche Patientenleitlinien vorliegen. © hil/aerzteblatt.de

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