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DAK-Report: Fehltage wegen psychischer Erkrankungen auf Höchststand

Mittwoch, 16. September 2020

/dpa

Berlin – Die Zahl der Krankschreibungen von Arbeitnehmern aufgrund psychischer Leiden hat im Jahr 2019 einen neuen Höchststand erreicht. Das legen die Ergebnisse des aktuellen Psychoreports 2020 der Krankenkasse DAK-Gesundheit nahe.

Demnach kamen im vergangenen Jahr auf 100 Versicherte rund 260 Fehltage im Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen. Damit sei die Anzahl dieser Fehltage von 2000 bis 2019 um 137 Prozent gestiegen.

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Frauen seien zudem mit dem Alter kontinuierlich steigend wesentlich häufiger wegen Seelenleiden krankgeschrieben worden als ihre männlichen Kollegen – 328 Fehltage je 100 weibliche Versicherte gegenüber 203 Fehltagen bei den Männern.

Für die Langzeit-Analyse hatte das Institut für Gesundheits- und Sozialforschung (IGES) im Auftrag der DAK die anonymisierten Daten von über zwei Millionen erwerbstätigen Versicherten ausgewertet.

Die meisten Ausfalltage waren den Ergebnissen zufolge mit den Diagnosen Depressionen und Anpassungsstörungen verbunden. 105 Fehltage je 100 Versicherte gingen im Jahr 2019 demnach auf Depressionen zurück, bei den Anpassungsstörungen waren es 59. Darauf folgen neurotische Störungen mit 26 Fehltagen je 100 Versicherte sowie Angststörungen mit 19 Fehltage je 100 Versicherte.

„Psychische Erkrankungen sind nicht nur eine große Belastung für die Betroffenen, sie stellen unsere ganze Gesellschaft vor enorme Herausforderungen“, kommentierte DAK-Vorstandschef Andreas Storm die Ergebnisse.

Vor allem die Ausfalltage wegen Anpassungsstörungen und Reaktionen auf schwere Belastungen hätten in den vergangenen Jahren rasant zugenommen: Seit 2000 habe sich ihre Anzahl bezogen auf 100 Versicherte vervierfacht.

Große regionale Unterschiede

Überproportional viele Arbeitsausfälle aufgrund von psychischen Leiden hatte laut DAK im Jahr 2019 die öffentliche Verwaltung. Die Branche lag den Angaben zufolge mit 382 Fehltagen je 100 Beschäftigte 47 Prozent über dem DAK-Durchschnitt.

Ebenfalls viele Fehltage wegen Seelenleiden fielen laut Report im Gesundheitswesen mit 338 Fehltagen pro 100 Versicherte sowie im Bereich Verkehr, Lagerei und Kurierdienste mit 249 Tagen pro 100 Versicherte an.

Auch regional hätten sich deutliche Unterschiede ergeben. Mit 340 Fehltagen pro 100 Versicherte lag das Saaland demnach weit vorn. Berlin und Brandenburg belegten mit 303 und 301 Fehltagen je 100 Versicherte die Plätze zwei und drei der Statistik. Die wenigsten Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen hatten Baden-Württemberg mit knapp 207 pro 100 Versicherte sowie Bayern mit 221. © alir/aerzteblatt.de

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