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Medizin

Gonarthrose: Kurkuma lindert Knieschmerzen

Donnerstag, 1. Oktober 2020

/jakkit, stock.adobe.com

Hobart/Australien – Ein Extrakt aus Curcuma longa, besser bekannt unter dem Gewürz­namen Kurkuma, hat in einer randomisierten Doppelblindstudie die Schmerzen von Patienten mit Gonarthrose gelindert.

Ein günstiger Einfluss auf Gelenkerguss oder Knorpeldicke war nach den in den Annals of Internal Medicine (2020; DOI: 10.7326/M20-0990) vorgestellten Ergebnissen allerdings nicht nachweisbar.

Extrakte aus Curcuma longa sind seit langem ein Bestandteil der traditionellen indischen und chinesischen Medizin. Westliche Mediziner sollen erst nach dem Erfolg von Artemisinin, einem chinesischen Phytopharmakon, das heute das Mittel der Wahl bei der Behandlung ist, aufmerksam geworden sein. Klinische Studien haben die Wirksamkeit unter anderem bei Strahlendermatitis, Darmkrebs und Morbus Alzheimer untersucht, ohne jedoch jemals eine Wirksamkeit zweifelsfrei nachweisen zu können.

Mediziner der Universität von Tasmanien in Hobart im Süden von Australien scheinen jetzt bei Patienten mit Knieproblemen erfolgreicher gewesen zu sein. Das Team um Benny Antony hat 70 Patienten mit einer Osteoarthrose des Kniegelenks, bei denen es zu einer mit Ultra­schall gesicherten Schwellung gekommen war, in einer randomisierten Doppelblindstudie auf eine Behandlung mit einem Extrakt aus Curcuma longa oder Placebo randomisiert. Die Dosis betrug 2 Mal 500 mg pro Tag. Die Behandlungsdauer war 12 Wochen.

Die beiden primären Endpunkte der Studie waren einmal die Veränderung des Knieschmer­zes, den die Patienten auf einer visuellen Analogskala (VAS) angaben, und zweitens das Volumen des Kniegelenkergusses, der mit einer Magnetresonanztomografie bestimmt wurde. Die wichtigsten sekundären Endpunkte waren die Alltagsschmerzen im „Ontario and McMaster Universities Osteoarthritis Index“ (WOMAC) und die Veränderungen im Gelenkknorpel.

Wie Antony berichtet, kam es auf der 100-mm VAS zu einer Verbesserung um 9,1 mm, die mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 0,4 bis 17,8 mm signifikant war. Der Gelenkerguss ging um 3,2 ml zurück. Das Ergebnis war hier mit einem 95-%-Konfidenzintervall von minus 0,3 bis 6,8 ml jedoch nicht statistisch signifikant.

Ähnlich waren die Ergebnisse in den sekundären Endpunkten. Der WOMAC-Score zu den Knieschmerzen verbesserte sich signifikant und der Schmerzmittelbedarf wurde gesenkt. In der T2-Aufnahme der Magnetresonanztomografie war jedoch kein Unterschied in der Stärke des lateralen Femurknorpels nachweisbar.

Die Behandlung hat demnach die subjektiven Symptome der Patienten gelindert, ohne den objektiven Zustand des Knies zu verbessern. Es könnte demnach sein, dass die Extrakte aus Curcuma longa in erster Linie als Schmerzmittel wirken, den Verlauf der Gonarthrose jedoch nicht beeinflussen.

Zu den Einschränkungen der Studie gehören die geringe Teilnehmerzahl der Studie, die Durchführung an einem einzelnen Zentrum und die kurze Behandlungsdauer, die keine Aussagen über eine langfristige Wirksamkeit erlauben. Ein Vorteil der Behandlung war, dass sie kaum Nebenwirkungen hatte. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #759489
MITDENKER
am Mittwoch, 7. Oktober 2020, 16:36

Hervorragendes Mittel

Curcumin verschreibe ich bei dieser und ähnlichen Indikationen seit über 15 Jahren; was gut bis sehr gut funktioniert.
Avatar #767798
Cryonix
am Donnerstag, 1. Oktober 2020, 18:23

Artemisinin? Oder doch Curcumin?

Artemisinin aus Artemisia annua ist das Mittel der Wahl gegen Malaria und wird zur Zeit am MPG f. Kolloidforschung als therapeutikum gegen COVId getestet.

https://www.mpg.de/14825271/artemisia-annua-artemisinin-coronavirus
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