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Medizin

Mobiler Magnetresonanz­tomograf hilft Neurologen am Krankenbett

Freitag, 18. September 2020

/Atthapon, stock.adobe.com

Boston – Ein mobiler Magnetresonanztomograf, der ohne Kühlung auskommt, keine magnetische Abschirmung benötigt und den Strom aus einer normalen Steckdose bezieht, hat sich auf einer neurologischen Intensivstation bewährt, wie US-Mediziner in JAMA Neurology (2020; DOI: 10.1001/jamaneurol.2020.3263) berichten.

Der allgemeine Trend in der Ma­g­net­re­so­nanz­to­mo­grafie geht hin zu immer leistungs­stärkeren Geräten, da mit der magnetischen Flussdichte auch die Auflösung steigt und sich kleinere Strukturen besser darstellen lassen. Der Standard sind mittlerweile Geräte mit 1,5 bis 3 Tesla. Einige Unikliniken haben Geräte mit 7 Tesla oder mehr.

Das Gerät, dass Neurologen des New Haven Hospitals der Yale Universität benutzen, erzeugt nur ein Magnetfeld von 0,0005 Tesla. Es ist nicht viel größer als ein Ultraschallgerät, lässt sich auf Rollen im Zimmer bewegen und an jeder 110-Volt-Steckdose betreiben, und bei einer Leistung von 1.650 Watt besteht auch nicht die Gefahr, dass die Sicherungen durchbrennen.

Das Gerät lässt sich vor dem Kopfende des Patienten platzieren, so dass bettseitig Aufnahmen möglich sind. Die Qualität reichte bei den ersten Tests an 50 Patienten aus, um Hirnblutungen und Infarkte zu erkennen. Auch kleinere Schlaganfälle und Tumore konnten die Neurologen um Kevin Sheth diagnostizieren. Bei der Untersuchung von Patienten mit Schädel-Hirn-Trauma erwies sich das Gerät ebenfalls als nützlich.

Bei Patienten mit akuten Störungen stimmten die Befunde der mobilen Magnetresonanz­tomografie in 29 von 30 Fällen mit der konventionellen Radiologie überein. Nur einmal wurde eine diffuse subarachnoidale Blutung übersehen.

Die Neurologen haben das Gerät auch bei 20 Patienten mit COVID-19 eingesetzt, die wegen neurologischer Komplikationen behandelt wurden. Bei 8 Patienten lieferte die mobile Magnetresonanztomografie einen Befund: 1 Patient hatte eine intrakranielle Blutung, 3 Patienten einen Hirninfarkt, 1 Patient eine diffuse zerebrale Blutung und 3 Patienten eine Leukenzephalopathie.

Auch hier stimmten die Ergebnisse mit einer konventionellen Radiologie überein. Sheth ist überzeugt, dass viele neurologische Komplikationen von COVID-19 nicht erkannt werden, weil die Ärzte wegen des Infektionsrisikos den Transport der Patienten zu den oft abgelegenen Magnetresonanztomografen meiden. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #108801
rholzw
am Samstag, 19. September 2020, 22:10

Magnetfeld

Bitte genau lesen:
das Gerät erzeugt ein Magnetfeld mit einer Stärke von 0,064 Tesla (nicht wie oben genannt 0,0005 T - das ist die 5 Gauss Schwelle, d.h. ab hier können die Wirkungen des Magnetfelds für gefährdete Personen mit Implantaten etc. schädlich werden; die 5 Gauss Linie beträgt hier 79 cm um das Zentrum des Magneten)
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