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Preise neuer Arzneimittel steigen auf Rekordniveau

Donnerstag, 17. September 2020

/ngaga35, stockadobecom

Hamburg – Die Kosten für neu zugelassene Arzneimittel haben sich in den letzten zehn Jahre nahezu vervierfacht. Lagen die durchschnittlichen Kosten für neu auf den Markt gekommene Medikamente im Jahr 2010 noch bei 40.000 Euro pro Jahr und Patient, lagen sie im vergangenen Jahr bei 150.000 Euro. Dabei ist dieser Wert im Jahr 2019 im Vergleich zum Vorjahr noch einmal um 50 Prozent angestiegen.

Das geht aus dem aktuellen AMNOG-Report hervor, den die Univerität Bielefeld im Auftrag der DAK-Gesundheit erstellt hat. Jedes vierte neue Arzneimittel kostet demnach mittlerweile über 100.000 Euro pro Jahr und Patient.

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Gemäß dem im Jahr 2011 in Kraft getretenen Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) verhandeln der GKV-Spitzenverband und der Hersteller den Preis eines neuen Arzneimittels auf der Basis einer frühen Nutzenbewertung, die vom Gemeinsamen Bundes­aus­schuss (G-BA) vorgenommen wird. Dieser Preis gilt allerdings erst ab dem zweiten Jahr nach der Zulassung. Im ersten Jahr können die Hersteller den Preis frei bestimmen.

Der Vorstandsvorsitzende der DAK, Andreas Storm, bewertet das AMNOG-Verfahren als positiv. „Trotz der nach wie vor sehr hohen Markteintrittspreise hat sich das Verfahren bewährt und als lernendes und flexibles System gezeigt“, erklärte er.

Für den diesjährigen AMNOG-Report wurden Experten aus Krankenkassen, Verbänden, Kassen­­­­ärztlichen Vereinigungen und Industrie um eine Einschätzung des Verfahrens gebeten. Im Ergebnis bewerteten es 70 Prozent der Befragten mit der Schulnote „gut“. Jeweils 92 Prozent erklärten, das Verfahren sei wissenschaftlich und transparent.

„Dennoch gibt es noch Baustellen“, betonte Storm. „Wir müssen offen darüber diskutieren, wie wir künftig nicht nur den Nutzen einer Therapie systematisch bewerten, sondern bei hochpreisigen Arzneimitteln auch die damit verbundenen Kosten. Das ist die Herausfor­derung der Zukunft.“

Einsparungen von neun Milliarden Euro

Wie aus dem AMNOG-Report hervorgeht, wurden bis zum vergangenen Jahr 259 neue Wirkstoffe durch den G-BA auf ihren Zusatznutzen hin geprüft. Bei 57 Prozent der Medika­mente konnte dabei ein Zusatznutzen im Vergleich zur Standardtherapie belegt werden.

Bei den Preisverhandlungen einigten sich der GKV-Spitzenverband und der Hersteller auf Abschläge zwischen 18 und 27 Prozent. Die Höhe dieser Abschläge blieb dabei weitgehend konstant – unabhängig vom Ausgangspreis des Arzneimittels. Die Gesamteinsparungen durch das AMNOG belaufen sich auf neun Milliarden Euro. © EB/fos/aerzteblatt.de

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