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Ärzteschaft

Ärztekammer Hessen lehnt Landarztquote weiter ab

Mittwoch, 16. September 2020

/picture alliance, Tom Weller

Frankfurt – Die Landesärztekammer Hessen hat auf den bestehenden und weiter zuneh­menden Ärztemangel im Land hingewiesen. „Wir alle wissen, dass der Ärztemangel bereits sektorübergreifend spürbar ist.

„Wir brauchen Ärztinnen und Ärzte überall in allen Bereichen“, sagte der Kammerpräsident Edgar Pinkowski auf der Delegiertenversammlung der Landesärztekammer in Friedberg.

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Die Kammer begrüße daher die Forderung der Unionsfraktion nach 5.000 zusätzlichen Medizinstudienplätzen in Deutschland. Eine Landarztquote sei hingegen keine Lösung für die bestehenden Probleme, so der Kammerpräsident. Bei einer zwölf- bis 15-jährigen Aus- und Weiterbildungszeit sei es schwierig, Vorausplanungen für die spätere Berufslaufbahn halbwegs vernünftig zu treffen, sagte er.

Nach Angaben des Hartmannbundes sind Landarztquoten in zehn Ländern geplant oder per Gesetz bereits festgeschrieben. Nordrhein-Westfalen hat seit dem vergangenen Winter­semester eine Quote.

Pinkowski bekräftigte in seinem Bericht zur Lage eine Forderung des Deutschen Ärztetags, anstelle der sogenannten Kenntnisstandprüfungen das dritte medizinische Staatsexamen für Ärzte aus sogenannten Drittstaaten einzuführen. „Damit gäbe es einheitliche Bedingungen und erheblich weniger bürokratischen Aufwand. Auch stünden die erfolgrei­chen Kandidaten vermutlich schneller als bisher für die Versorgung zur Verfügung“, sagte der Ärztekammerpräsident.

Ein wichtiges Thema der Delegiertenversammlung war zudem die Coronapandemie. In einem Grußwort wandte sich der hessische Minister für Soziales und Integration, Kai Klose (Grüne) direkt an die Ärzteschaft:

„Mein Dank gilt den hessischen Ärzten und ihren Mitarbeitern. Ihr außerordentliches Engage­­ment hat ganz wesentlich dazu beigetragen, dass wir in Hessen bisher gut durch die Krise gekommen sind. Diesen Weg sollten wir weiter gemeinsam beschreiten“, sagte er.

Auch Pinkowski lobte die Zusammenarbeit. Seit Beginn der Pandemie zeigten Politik, Kliniken, niedergelassene Ärzteschaft, ärztliche Selbstverwaltung, Öffentlicher Gesundheits­dienst und viele andere Einrichtungen, wie Kooperation zum Wohle der Patienten gelingen könne, sagte er.

In der Diskussion mit den Delegierten der Landesärztekammer erklärte Klose auf die Frage, ob in Hessen ein Landesgesundheitsamt geplant sei, er sehe dafür keinen Spielraum. Angesichts der sehr unterschiedlichen Coronainfektionszahlen in Hessen habe es sich bewährt, dass die Entscheidungshoheit bei den Gesundheitsämtern vor Ort liege, so der Minister. © hil/aerzteblatt.de

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